Montag, 22. Oktober 2007

Wer braucht schon Zugläufer?

Am gestrigen Sonntag fand der 9.Morgenpost Dresdenmarathon statt, bei dem ich mir wieder die Halbmarathondistanz antun wollte. Bereits 2004 war ich hier und fand die Strecke entlang der Sehenswürdigkeiten und der Elbe sowie durch den großen Garten sehr angenehm. Außerdem war damals die Zuschauerresonanz recht beeindruckend. Damals lagen die Temperaturen allerdings um die 20°C, was ich nicht so mag, doch diesmal hatte der Wetterbericht MEIN Laufwetter vorhergesagt: 4-5°C, Regen bis Schneeregen, herrlich ;-)
Während bei anderen "die Waden zugehen" oder "die Muskeln verhärten" fühle ich mich recht wohl bei diesen Bedingungen.
Mein Ziel war es, die 1:46:33 vom Muldentaler Städtelauf dieses Frühjahres zu unterbieten und möglichst unter 1:45:00 zu bleiben. Das sollte mir hoffentlich gelingen, indem ich mich an die Fersen des Zugläufers der 3:30:00-Marathonis hänge. Die Vorzeichen am Sonntagmorgen standen eher schlecht, da am Vorabend noch Geburtstagsfeier mit Carboloading "Schlachteplatte" auf dem Plan stand und meine Tochter dann auch noch von 1.30Uhr bis 3.30Uhr komplett munter war und wegen neuer Zähne weinte.
Um 9.15 habe ich mich dann mit Laufkumpel M. in Dresden getroffen, der meine Startunterlagen am Samstag abgeholt hatte. Ab zum Start, wo ich erstmals erlebte, dass die Startblockeinteilung auf der Startnummer auch am Blockeingang kontrolliert wurde und das war gut so!
Am Rand standen Helfer mit den Zielzeiten und ich fragte, woran ich denn den Zugläufer erkenne. Aussage: auffällige Weste mit entsprechendem Zeitaufdruck. Tolle Wurst, hier standen 5000 von 7000 Läufern mit gelben Plastiktüten, wie soll man da den Zugläufer finden? Zudem wußte sie nicht, wer der Zugläufer eigentlich sein wird. Naja, Plan also futsch. Beim Rumhüpfen im stärker einsetzenden Regen entdeckte ich dann noch hn von der LG eXa, der auf 10km-Besteit aus war. Dann gings auch schon los. Ohne das sonst bekannte Stocken gins recht zügig voran, allerdings mußte man höllisch aufpassen, um nicht auf den glatten Straßenbahngleisen auszurutschen. Ich hängte mich hinter 3 Läufer der SuS Oberaden, die recht konstant liefen: allerdings um die 4:45-4:50, was eigentlich viel schneller war, als meine geplanten 4:58. Aber es ging eigentlich ganz gut und ich blieb dran. Bei km 4,5 sah ich hn 20m vor mir abbiegen, da ab hier die 10km Leute eine andere Runde liefen. Die km-Splits blieben recht konstant und bei 23:49 und 47:55 passierte ich die 5 bzw. 10km-Marken. Die Verpflegungsstände ließ ich erstmal aus. Hoffentlich sollte sich das Tempo nicht rächen, denn ich lag bereits 2min unter Plan. Die Klamotten waren ja von anfang an pitschnaß und spätestens jetzt hingen die Shirtärmel wie eisige Lappen an den Armen. Bei 1:12:17 passierte ich die 15km-Marke. Die SuS Läufer hatte ich an einem Verpflegungsstand aus den Augen verloren, doch auch ohne sie lief ich allein recht konstant. Kurz vor km 16 gönnte ich mir ein Stück Banane und etwas Iso im Gehen und prompt hatte ich 'ne 5:22 auf der Uhr. Egal, ich war mir sicher, dass nicht mehr viel schief gehen kann, wenn nicht der totale Einbruch kommt. Entlang der Elbe wurde es für mich tatsächlich richtig schwer. Ab km 19 war der Akku komplett leer und jetzt wurde ich auch häufiger überholt, was sich bisher in Grenzen hielt. BEISSEN! Nochmal hoch über die Brücke, km20 bei 1:37:56, am Fotografen vorbei (ich hoffe er hat mich nicht erwischt) und dann Richtung Ziel. Dann teilte sich die Strecke und die Marathonis bogen ab (2.Runde? Niemals!). Die letzten Kurven, Ziel, Uhr gedrückt: 1:43:23! Yes, endlich! 3min schneller als im Frühjahr in Grimma.
So ziemlich ausgelaugt und mit recht bleiernen Beinen ging ich schnell in die herrlich warme Congress-halle, wo meine Familie schon wartete. Danach noch zusammen mit Laufkollege M. (1:44:11, anfangs durch den Pulk stark aufgehalten) zum Italiener - was will man mehr.
Fazit: gelungener Saisonabschluß (auch wenn noch paar kleine Läufe kommen) mit erreichten Zielen und neuer persönlicher Bestzeit.

Hier noch meine Splits:
4:43,7 4:43,0 4:50,5 4:41,6 4:50,7 4:46,8 4:48,3 4:49,5 4:50,3 4:51,3 4:51,1 4:51,4 4:54,7 4:57,1 4:47,1 5:22,9 5:00,5 4:57,3 5:03,2 5:15,9 5:26,6

Mit etwas mehr Trainingsaufwand und Tempohärte wären die letzten km wahrscheinlich auch konstanter und dann wären vielleicht noch 1-1,5min drin gewesen, aber man braucht ja wieder neue Ziele....

Auch wenn die Bedingungen recht widrig waren, es hat viel Spaß gemacht, die Stimmung (auch einige Bands, Cheerleader, Dudelsackspieler) war sehr gut und ich glaube, ich komme wieder!

AK M30: 103/355
M: 779/2500
Gesamt: 850/3441

Kommentare:

Frank Hercher hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
Frank Hercher hat gesagt…

Sorry! Ein Mal Probe.

GLÜCKWUNSCH!
Hast Du bei den km-Splits wirklich auf die Hundertstel geachtet... ;-) ?

David hat gesagt…

Glückwunsch auch von mir! Genau so eine Zeit hab ich bei dir erwartet!
Jetzt hänge ich ja 48s hinterher - die hole ich mich aber zurück - also im schön weitertrainieren ;-)

-dna- hat gesagt…

@frank:
ich habe doch schon die Hundertstel weggelassen und nur die Zehntel gepostet! Im Ernst, ich habe bloß das rübergespielt, was meine Polar aufzeichnet. Ich weiß, in meinen Kategorien spielt das eigentlich kaum 'ne Rolle ;-)

Anonym hat gesagt…

Na Du brauchst nen Zugläufer auf den man sich verlassen kann.

FORERUNNER (dt. lt. LEO Vorläufer)
könnte man aber auch mit Zugläufer übersetzen. Hat bei mir in Dresden gut geklappt.

BK