Sonntag, 20. Dezember 2009

38hoch

Nein, leider ist das nicht meine neueste 10k-Bestzeit sondern die Anzeige des Fieberthermometers... Seit Mittwoch liege ich mit den Auswirkungen von H1N1 (oder dessen Verwandten) darnieder und habe viel Zeit zum Ausruhen und beneide keinen, der jetzt raus muss. Andererseits hat es im Januar viel Spaß gemacht, als es ähnlich kalt war, draussen durch den Schnee und klirrende Kälte zu rennen. Aber derzeit ist Zwangspause angesagt und jeden Gedanken über Bestzeiten beim Silvesterlauf habe ich verworfen obwohl es mich etwas traurig stimmt, da die Form gerade sehr gut war. Ich sollte Wintersportler werden... ;-)
Naja, da kann man ja mal einen kleines Jahresrückblick wagen und einiges an Laufstatistik zusammentragen, auch wenn es keinen vom Hocker haut oder unterm Weihnachtsbaum hervorlockt, denn das was Läuferisch bei mir im gnazen Jahr passiert, rattern andere locker in einem Halbjahr runter...:
- 2325km bin ich dieses Jahr gelaufen (keine Ahnung, ob noch paar Meter an den letzten Tagen von 2009 dazukommen); das sind übrigens 50km weniger als letztes Jahr (und da habe ich sogar Marathonvorbereitung gemacht...)
- im Schnitt 14,2km pro Trainingseinheit (-0,3km)
- 164x war ich unterwegs (2x mehr als letztes Jahr...)
- 4:57min/km war dabei der Geamtdurchschnitt (10sec/km schneller als im Vorjahr)
- 18 Wettkämpfe habe ich gefinisht, ohne eigentlichen Jahreshöhepunkt...
- 0x abgebrochen
- 10er Bestzeit nicht verbessert, da der AOK-Lauf zu kurz war (aber der Schnitt stimmte)
- HM-Bestzeit um 46sec gedrückt
- 1x Gesamtzweiter mit dem eXa-Team (Traverse)
- 1x Gesamtzweiter (Rochlitzer Herbstberglauf)
- 1x AK-Erster (Rochlitzer Frühjahrsberglauf)
- 2x AK-Zweiter (Rochlitz & Eula)
An sowas erfreut sich das läuferische Mittelmaß (meint zumindest Achim Achilles...)!
Was bringt 2010?
-> Ich probiere mal den Hermannslauf aus, aber "nur" als Vorbereitungslauf für den Frühjahrshöhepunkt: Rennsteiglauf -> diesmal 43,5km (Zielzeit zweitrangig; Primärziel: der laufende Weihnachtsmann darf nicht vor M.A. ins Ziel kommen!).

In diesem Sinne: Frohes Fest! Besinnliche Feiertage und Guten Rutsch ins Neue (Läufer-)Jahr!

Ich leg' mich dann mal wieder hin, ok?

Sonntag, 6. Dezember 2009

Schlammlauf Eula

Eigentlich sollte es Luises Laufpremiere werden, wo sie gegen Chantal, Xena, Ayleen und den Weihnachtsmann läuft - 400m-Bambinilauf als Vorprogramm zum Adventslauf Eula. Leider machten Krankheit, Mistwetter und eine fehlende Nanny vor Ort den Plan zunichte und der eXa-Nachwuchs muß noch etwas warten.
Etwas schweren Herzens machte ich mich also allein auf den Weg dorthin, um zu schauen, ob dieses Jahr "noch was geht" in Sachen flotter Lauf. Wie gesagt es kübelte ganz schön und da ich die Strecke aus dem letzten Jahr noch kannte, war klar, dass die Verhältnisse bestimmt etwas schwieriger werden. Kurz nach 10Uhr (der Regen hatte gerade aufgehört) wurden 200 Läufer auf die 9km-Runde geschickt (ist aber nur 8,8km lang...). Schnell sortierten sich vor mir die 15-20 schnelleren Läufer ein und ich liefg mit der ersten Frau im Schlepptau die ersten Kilometer in je 4:06. Ging auch leicht bergab...
Viele Pfützen wollten diesmal umlaufen werden und an einigen Stellen lief es sich recht doof auf dem Schotter. Bei Kilometer 4 hatte ich die Frau dann abgeschüttelt und hoffte, dass ich sie nicht zu weit von Vereinskollegin Annett weggezogen hatte. Auf dem ehemaligen Bahndamm lief es sich richtig beschissen und das wenige Profil der Schlappen war ganz zu. Kurz darauf schnappte ich mir dann doch noch einen Läufer, ohne selbst überholtzu werden. Der nächste vor mir war ebenfalls in Sichtweite. Der Schlammkilometer war plötzlich auch nur 4:26. Mist, doch nochmal auf die Tube drücken... Jetzt auch noch leicht bergan... Das Ziel konnte man schon hören und irgendjemand rief mir "Platz 20" zu. Hinter mir hörte ich Schritte näherkommen und nochmal etwas drücken: Zieleinlauf. 37:21 heißt 1:27 schneller als letztes Jahr und ein Schnitt von 4:15min/km; damit bin ich zufrieden und es läßt mich für den 10er beim Silvesterlauf hoffen: dort soll eine neue PB her!
Ronald wurde Gesamt-7.; Annett schaffte es noch, 1. der Frauen zu werden und ich wurde wohl 20. Ergebnislisten werden folgen. Danach duschen und heim. Wieder eine sehr schöne Veranstaltung!

kleiner Nachtrag: mit Startnummer 2 reichte es am Ende für Platz 2 in der M30 und Gesamtplatz 20; alle Ergebnisse sind hier zu finden.

das Tatwerkzeug:

Montag, 19. Oktober 2009

Bestzeit in Magdeburg

Nachdem der Magdeburg-Halbmarathon im letzten Jahr für mich sehr gut verlief (mit noch bestehender pers. Bestzeit), entschied ich mich, auch dieses Jahr dort wieder den Halben zu absolvieren. Zudem gefiel mir die Strecke gut, die Anmeldepreise sind moderat und die ganze Orga sowie das Drumherum passte ebenfalls. Zudem konnte ich Alex, Christoph und Thomas davon überzeugen, ebenfalls zu starten, so dass 3 von uns auch in die Mannschaftswertung kommen würden. Da die Drei natürlich andere Ziele hatten als ich (Alex: sub1:30 und 4:10er-Schnitt, Christoph 4er Schnitt und Thomas sub1:30) war klar, dass dieses Jahr kein Hase mich ziehen könnte, da ich selbst darauf aus war, die letztjährige Zeit von 1:34:45 zumindest zu bestätigen; schöne wäre natürlich PB.
Nach dem Auf und Ab der letzten Wochen war ich einerseits skeptisch, da ich bei gleicher Pace beim 15km-Mannschaftslauf ganz schön kämpfen mußte und auch ein 10er Testlauf mit Alex vor einer Woche war nicht gerade Wohlfühltempo, andererseits machten gerade die schnelleren Intervalle richtig Spaß und auch die normalen Läufe gingen wieder gut. Blöd war halt mal wieder die Tatsache, dass ich eigentlich zu wenig im Bereich um bzw. über HM-Distanz gelaufen bin und zu viele 15-16k-Läufe gemacht habe. Naja, probieren...
Dienstag nochmal schnell das gewünschte HM-Renntempo auf der Bahn bei 3x3200m getestet: da mein Garmin gerade mal wieder eingesendet wurde habe ich einfach 'ne Liste mit 38-Rundenzeiten gemacht und bin mit 5,99Euro-Uhr und Zettel in der Hand gelaufen: man trifft die Pace super! Der Herbst wurde ja fast übersprungen und es wurde im Laufe der Woche winterlich kalt: so mag ich es! Lieber 3 als 30°C! Ach ja, Donnerstag war der neue Forerunner dann da: Magdeburg kann kommen!
Sonntag früh mit Taxi-Alex hingefahren, Startnummer abholen, umziehen, Buffer-Doping, einlaufen. eXa-Cheffe Carsten getroffen der Jörg beim Marathon mit dem Rad begleiten wollte und kurz nach 10 gings los. Diesmal lies ich mich nicht ganz so stark zum zu schnellen Loslaufen verleiten und aus geplanten 4:28min/km wurden 4:20-22 auf den ersten Kilometern. Die anderen eXaner waren schnell dem Blickfeld entschwunden. Gruppenbildung fand nicht statt und ich lief recht konstant durch Magdeburgs Innenstadt, u.a. vorbei am Dom und dem Hundertwasserhaus. Doch so richtig Blicke dafür hatte ich nat. nicht. Zwischendurch noch etwas mit 1-2 Mitläufern über die Zwischenzeiten gequatscht und weiter. Das Tempo blieb konstant und lief sich ganz gut. Bei Kilometer 10 kam ich bei 43:52 durch: macht also 'nen 4:23er Schnitt. Etwas schneller als geplant, aber mal sehen. Prompt spürte ich wieder etwas den Rippenbogen. SHIT! Egal: ignorieren, weiterlaufen, weglaufen. Jetzt ging es in weniger bis gar nicht bewohnte Gebiete am Stadtrand: fast wie ein Landschaftslauf. Das gefiel mir. Der km-Schnitt änderte sich nur leicht. 50m vor mir lief die an dritter Position liegende Frau (laut Zwischenrufen einiger Zuschauer). Auf die wollte ich auflaufen... Nach 1:06:09 passierte ich die 15km-Marke. Also fast identisch mit Mannschaftslaufendzeit, nur dass der ja etwas kürzer als 15km ist... Der Gesamtschnitt lag jetzt bei 4:25min/km. So langsam wuchs die Hoffnung, dass es zeitlich klappen könnte, aber vom Leipzig-HM im Frühjahr war ich gewarnt: da hatte ich bei km15 1:20 Vorsprung auf die heutige Zeit!!! Und die Beine wurden auch schwerer, aber die km-Splits lagen immer noch bei knapp unter bzw. 4:30 und etwas Polster war noch... Jetzt kam von hinten die 4.Frau, die mich und auch die bis dahin Dritte flott überholte... Am Sportplatz stießen die 13km-Läufer zu uns auf die Strecke: man mußte jetzt etwas Zick-Zack laufen aber Zeit habe ich wohl keine mehr verloren. Dann noch bei km20 rauf auf die Brücke und noch die Schleife, die kurzzeitig weg vom Ziel führt gelaufen und dann ab Richtung Finishline. Bei 1:34 drückte ich die Uhr: aber da ich etwas vor der Startlinie schon ausgelöst hatte wußte ich, dass es für sub 1:34 gelangt hat was die Ergebnisliste auch bestätigte: 1:33:59. Damit bin ich auf jeden Fall zufrieden, vor allem weil ich schon arg skeptisch war, ob ich das derzeit laufen kann.
Christoph lief seinen geplanten 3:59er Schnitt, Alex lief 4:07er Schnitt (1:26:46, die ihm keiner so zugetraut hatte) und Thomas verfehlte die 1:30 um 19sec, da er auf den ersten 10km arg überpaced hatte. In der Mannschaftswertung machte das Platz 4 für die LG eXa. Getoppt wurde das Ganze von Jörg, der in pers. Bestzeit und neuem Streckenrekord den Marathon in 2:32:47 gewann!!!
Für mich hieß es:
21/120 in der M30
129/1163 Männer
133/1618 Gesamt
Ergebnisse

Samstag, 26. September 2009

weiterhin AUF und AB

Lange Zeit nichts geschrieben weil auch nicht so viel passiert ist. Wie bisher gehts weiter, mal passt es und es läuft, dann wieder überhaupt nicht.
So war der Sommerabendlauf absolut desolat, beim darauffolgenden Auewald-Mannschaftslauf lief es besser als gedacht und Jan und Peter zogen mich zu einer 15km-Zeit, die ich sonst wohl derzeit nicht drauf gehabt hätte. Der Cospudener Seelauf mußte diesmal ohne mich stattfinden, dafür wie die letzten Jahre der Kunz-von-Kauffungen-Lauf auch mit meiner Wenigkeit. Diesmal wurde der Kurs geändert und die lustig-dramatische Schaukelbrückenüberquerung wurde aus Sicherheitsgründen rausgenommen. Egal, Spaß hats zwar gemacht, aber bgeistert war ich von meiner Laufleistung gar nicht. Im Training war zuletzt mal wieder ein Aufwärtstrend erkennbar und selbst lange Intervalle mit Alex liefen gut, ebenso wie 15x400m auf der Bahn. Zwei Tgae zuvor aber mal wieder ein Dämpfer: eigentlich Greif'sche Pyramide geplant, aber nach bereits 3km merkte ich, da wird nix draus und nach 6,8km mußte ich gehen -> Rippenbogen-Aua wie letztes Jahr beim Leipzig-Marathon. Damals hieß es Rippenfellentzündung, aber daran glaube ich diesmal nicht (und rückwirkend damals wohl auch nicht). Ich denke mal eher, dass es an meiner Pressatmung bei schnellerem Tempo liegt und es dann zu einer Zerrung (o.ä.) dieses Bereiches kommt. Und nun? Naja, wie gesagt, die Bahnintervalle 2 Tage später ohne Probleme. Also heute doch zum Rochlitzer Berglauf, einem meiner Lieblingsläufe, da er in der alten Heimat stattfindet. Diesmal ebenfalls mit Streckenänderung. Die Triathleten habens vor kurzem dort getestet und für gut befunden. Die 2 eklig-heftigen Anstieg (vielsagend "Am Mordgrund" und "Am Alten Krankenhaus") wurden rausgenommen, dafür jetzt 2x gaaaanz laaaanggezogen und ob das besser ist? Keine Ahnung, ich finde, es zieht einem allmählich den Zahn statt kurz und schmerzvoll. Bereits nach 200m liege ich an Platz 2 der 20er Läufer und das sollte bis zum Ziel so bleiben. In der 2.Runde sah ich nochmal kurz den 1. (etwa 2min vor mir) in den Wald einbiegen, während ich am Fuß des Anstiegs war. Auch hinter mir keiner zu sehen. Zum Schluß hin wurde es wieder schwer, aber ich nahm deutlich raus, war doch die Zeit eh egal und das Ganze eher ein Trainingslauf (ein anstrengender!). So wurden es dann 21,4km, also mal ein HM so nebenbei, das ist ok. Bereits 1,5h später war die Website aktualisiert. Ergebnisse und Bilder hier.
Magdeburg wird wohl eher konservativ als ein "ich versuch's mal"-Lauf... Mal sehen.

Dienstag, 28. Juli 2009

Sommerloch

Seit nunmehr 6 Wochen geht nichts vorwärts in Sachen Laufform. Seit der erzgebirgstraverse geht es abwärts und zwar so steil wie die ersten Kilometer auf selbiger...
Mal läuft es prima im Training aber zumeist dann doch eher schwer. Dann kommt noch eine gewisse Lustlosigkeit dazu und irgendwie auch Zeitmangel, (Halb-)Krankheit und Müdigkeit des Körpers. Signale? Ausreden? Versinken im Mittelmaß? Jogger?
Im Urlaub dominierten Grillabende, Lagerfeuerrunden und viele Radkilometer samt doppelt besetztem Anhänger. Die wenigen Laufkilometer in sehr schöner (profilierter!!!) Landschaft der Insel Rügen waren geprägt von ruhigen Kilometern. Das einzige was flott war, ging nach hinten los... (6x auf 12km schaffen bestimmt weder cp noch mono noch steven). Nun ja, lieber was anderes: Großspurig (oder -kotzig?) habe ich für den Auewaldmannschaftslauf 'nen 4:24er Truppe mit Thomas D. und Tino eröffnet. "Zum Glück" klemmt es bei ihm ebefalls gerade und somit werden sich mindestens 2 quälen müssen während Thomas sich ausruhen kann...
Nun denn, Nägel mit Köpfen müssen her: heute geht es los mit neuem Trainingsplan (aus 2 mach' 1) und als erste Einheit 2x3000m in 4:10min/km.
Ich werde berichten...

Samstag, 4. Juli 2009

Orientierungslos

Irgendwie steckte mir die Staffellaufetappe noch immer in den Knochen. Obwohl es beim Bahntraining (mein erstes überhaupt) mit 15x400m bestens lief, spürte ich am Wochenende beim Lauf durch die alte Heimat ein ständiges leichtes Zwicken im rechten Knie, besonders bei Bergabpassagen... Gleiches galt für Treppensteigen hinab und Schränketragen... Also wieder Laufpause...
Trotzdem hatte ich mal wieder Lust auf ein organisiertes Läufchen. Irgendwo hatte ich was vom Ammelshainer Schlosslauf gelesen. Also mal auf der Website vorbeigeschaut und gleich angemeldet. Die Kinder für den Abend "verkauft" und paar Freunde für das Konzert danach eingeladen. 8,5km sollten gelaufen werden. Von Matthi und Ronald wußte ich ja, dass sie starten wollten und auf Spitzenplatzierungen spekulierten. Das gleiche dachten sich aber auch einige andere und mit eXa-Kollege Jörg hatte wir ein heißes Eisen im Feuer. Auch Björn von der eXa war am Start. Bei tollem Ambiente wurde 19Uhr die Meute auf die Strecke geschickt (der Starklappenbetätigende bewies Mut und blieb einfach Mitten auf der Strecke stehen...). Unter 37min sollten drin sein, also 4:19er Schnitt war geplant. Bereits nach wenigen hundert Metern vor mir eine große Lücke und hinter mir ebenfalls. Irgendwie immer das gleiche...(soll heißen: ich bin nicht schnell und auch nicht langsam...). 3:57 und 4:11 für die ersten beiden Kilometer. Dann ein Anstieg dank Streckenänderung. Vor mir die 2.-platzierte Frau, deren Vorjahreszeiten ich noch wußte und das war dann "Holger Meier". Bei km 4 ging sie kurz und ich war dran aber sie lief gleich wieder schnell. Dank der fast tropischen Wärme / Schwüle war es mächtig anstrengend. Anstrengender als gedacht... viel anstrengender!
Als der 5.Kilometer in 4:44 weg ging war schon wieder klar, heute passt hier gar nix. Oder vielleicht ganz simpel: die Form ist im Keller. Naja, zumindest hatte ich "Holger" jetzt eingeholt und ebenso einen weiteren Läufer vor mir. Von hinten waren zwei rangelaufen. Als Five-Pack gings weiter durch den Wald. Mittlerweile hatte ich wieder auf die Zermürbungstaktik umgestellt und machte einen auf Sychronsprecher á la "Schweinskramfilm". Die anderen taten mir leid. Vor uns war keiner mehr zu sehen. Nach 6,5km setzte ich mich leicht ab; wollte mich jetzt auch nicht mehr umdrehen. 1km weiter stand Matthis Frau und wollte Wasser reichen aber eigentlich war es ja nur noch ein einziger schnöder Kilometer. Der km-Split war wieder deutlich besser, aber noch immer schlechter als geplant. Am Ortseingang bog ich völlig selbstverständlich rechts ab, die anderen hinterher. Ich beschleunigte nochmals hörte aber noch immer die anderen knapp hinter mir. Vorbei am Feuerwehrhaus, plötzlich brüllte einer der Verfolger "LINKS!!!" Häh, wie jetzt? Hier war weder ein Streckenposten noch eine Markierung. Shit! Wenden. Die anderen waren nun vor mir. Ich war stinksauer! Ich schloss wieder auf und zog vorbei um im Rücken (!?!?) der klatschenden Zuschauer am Ziel anzukommen und der Rest der Läufer kam uns entgegen.... ;-) Häh was ist nun los? Erst dachte ich, dass das Umkehren falsch war, aber eigentlich waren wir komplett falsch abgebogen. Ich hatte also einen Abzweig zu früh gewählt und alle anderen hinterher. Ohne Zuruf wäre ich wohl noch durchs ganze Dorf gelaufen...
Kurze Absprache mit den Verantwortlichen: die werteten uns trotzdem mit der gelaufenen Zeit, da es an dieser Stelle eben etwas unglücklich war.
Zumindest war ich in der Zeitvorgabe geblieben: 36:33 stand auf der Uhr; aber eben auch nur 8,20km statt 8,56km....
"Holger Meier" war somit auf Platz 2 der Frauen gelaufen (hätte aber hochgerechnet auf die echte Strecke auch locker gereicht) und zum Dank erhielt ich ihren Preis: einen Schnuppertauchkurs! Danke Ina! Bei nächstenmal gibts ein paar Stadtranglistenpunkte zurück ;-)
Hat sich also gelohnt! Dann noch Duschen in Mietswohnungen (mal was anderes) und Grillwurst, Bier und coole Mucke im Schloßpark bei super Wetter.

Wie weiter? Form suchen, mal wieder effektiver Trainieren (u.a. Bahn).... Und dass, wo mir Hitze gar nicht liegt...
Jörg gewann übrigens souverän, Matthi wurde 6., Ronals 8. und Björn 9. Gesamt. Toll gemacht von der eXa und der Lauf wird kein Geheimtipp mehr bleiben. Da hat man sich echt Mühe gegeben und so kleine Läufe mag ich sowieso.
Das nächste Mal schaue ich mir die Strecke an oder lade die Strecke auf den Garmin, nichtr dass ich im Auewald mal falsch abbiege...

Montag, 22. Juni 2009

180km-Kochlöffeltransport

Einmal im Jahr heißt es "erzgebirgstraverse" und da ist die eXa bei 2 Starts 2x als Sieger ins Ziel gekommen. Das heißt natürlich, dass sich die Gegner für Folgejahr immer besonders gut vorbereiten um uns den Titel streitig zu machen. Für uns hieß es primär "as fast as possible", möglichst unter der letztjährigen Zeit bleiben und optimal wäre natürlich eine Titelverteidigung. Wie jedes Jahr auch die nicht ganz einfache Prozedur davor. Aus Interessenten für fast 2 Staffeln bleiben am Ende gerade genug für eine Staffel übrig und die Reihenfolge der Starter wird nicht nach Eignung für Etappe und Profil oder Laufform festgelegt sondern eher nach der Möglichkeit, günstig anzureisen und den Lauf mit anderen Verpflichtungen und Terminen zu kombinieren und zu vereinbaren. So stand erst eine Woche zuvor der finale Ablauf und die Etappeneinteilung für uns fest und wir sind diesmal garantiert die Mannschaft mit den meisten Änderungen in der Aufstellung...
Freitag reisten wir zu 6. an und Zeltaufbau und Smalltalk mit den anderen Teams bestimmten den restlichen Abend. Auf das vom Chef vorgeschriebene Einlaufen verzichteten wir, um dem Gegner nicht die aktuelle Form zu zeigen...
3:30Uhr aufstehen und bereits 4:00 Start für David. Er sollte/wollte so lange wie möglich dranbleiben und mit möglichst wenig Rückstand auf Alex wechseln. In Mühlleiten wartete dieser bereits und konnte als 5. ins Rennen geschickt werden. Da hatten wir ca. 5min Rückstand auf die Eltalflitzer. Alex überholte gleich andere Teams und konnte in Weiterglashütte an Platz zwei liegend mit 7min Rückstand (auf Traktor Hermsdorf) auf Steven wechseln. Der drehte mächtig auf, verlief sich kurz, mußte mal kurz in den Wald und hatte auf dem Auersberg den Rückstand auf 4min verkürzt. In Steinbach waren es noch 2min und beim Wechsel bereits anderthalb Minuten Vorsprung. Matthias (Alex' Vater) lief dann die Strecke komplett gemeinsam mit dem Starter von Hermsdorf und zeitgleich wechselten sie in Tellerhäuser. Chrische also mit dem Hermsdorfer, der Elbtalflitzer knapp dahinter. Leider wurde Chrische ab Grenzübergang von Krämpfen geplagt und der Gegner war sehr stark. Die Traktoristen wechselten exakt 10:10Uhr und die Elbtalflitzer nur Sekunden danach.

Banges Warten für mich auf Christoph. Die Zeit verging und keiner war zu sehen. Knapp 4min später tauchte er auf und ich konnte endlich losflitzen. Allerdings ging es erst mal steil bergab. Richtig STEIL! Der eigentlich gesperrte Skihang war die Strecke für die nächsten knapp 2km. Rollen lassen ging nicht. Die Wiese war extrem rutschig und der Streifen in der Mitte übersäht mit Schotter und Geröll. 2-3mal war ich kurz vorm Abflug. Dann Asphaltpassage. Die Radbleitung der Elbtalflitzerin wartete, aber sie war schon durch. Mist - Schnürsenkel offen. Die Oberschenkel zittern wie ratternde Nähmaschinen. Weiterlaufen. Die ersten 3km unter 4min! Schneller als gedacht. 13 weitere km wollten noch gelaufen werden. Auf kleinen Dorfstraßen ging es durch Háj wo man mich ungläubig musterte. Dann sah ich irgendwann zwischen Kilometer 4 und 5 auf der Bergaufpassage die Radbegleitung der Zweitpaltzierten vor mir. Nur nicht zu schnell ranlaufen und erstmal kurz Kräfte sparen. Bei etwa 5,5km war ich dran und lief auch schnell vorbei, hörte aber noch lange die Schritte hinter mir. Kurz darauf sollte die unübersichtlichste Stelle in Sachen Navigation kommen. Meine beiden Konkurrenten waren die Strecke schon abgelaufen und somit etwas im Vorteil. Ich hatte mir zwar von Ronald die Stelle beschreiben lassen und auch mit den beiden Läufern gesprochen, aber vor Ort sieht es eh meist anders aus. Es ging über eine eingestürzte Brücke über einen Bachlauf und danach etwas unübersichtlich auf einem Tramplepfad durch den Wald. Der Forerunner vermeldete "Kursabweichung" aber anders hätte ich gar nicht laufen können, oder? Plötzlich neben einer Ruine vorbeigelaufen; die kannte ich von der Karte und hatte sie viel weiter abseits der Route erwartet. Mist, aber die Richtung stimmte. Ich ging jetzt davon aus, dass ich wieder überholt wurde, aber es war weder vor noch hinter mir jemand zu sehen. Etwa bei Kilometer 9 in Kovárská standen die anderen aus meinem Team und meinten, der 1. sei nicht weit vor mir, was ich nicht so recht glauben mochte. Die gereichte Apfelschorle konnte ich nur in Form von herausquellendem Schaum trinken - nicht so clever ;-)
Der Schnitt passte noch immer (4:25min/km) aber die völlig ungewohnte Belastung für die Muskulatur machte sich deutlichst bemerkbar und auf den folgenden Kilometern wurde es auch etwas langsamer, bedingt aber auch durch einige kleine Bergaufstücke. Ich sah zudem ein, dass ich nicht die recht engen Schuhe hätte anziehen sollen, denn eine Blutblase an der Zehe spürte ich recht deutlich...
Bei Kilometer 13 dann eine sonderbare Begegnung: die Straße schlängelte sich durch den Wald und an einer kleinen Lichtung lag ein Fahrrad im Straßengraben mit einigen Bierflaschen im Korb - aahh, eine Verpflegungstelle!? 2-3m weg am Hang saß ein aschenbecherbebrillter Einheimischer mit Schlapphut und genoß das herrliche Wetter mit einem kräftigen Schluck. Was er mir hinterrief konnte ich einerseits aufgrund der mir fremdem Sprache und aufgrund der sonderbaren Artikulation nicht verstehen. Wahrscheinlich feuerte er mich an und wollte mir sagen, dass ich nur wenig Rückstand habe...
Es wurde immer schwerer, flüssig zu laufen und die linke Wade zwickte heftig während der Kopf nach rechts hing (?). 4:45er Schnitt für die letzten Kilometer - keine Glanzleistung aber Gesamtschnitt immer noch bei 4:32min/km. Ronald meinte, in Cérny Potok sollte ich nochmal aufdrehen. Mmmh, ich hatte zu tun, die aufgebaggerte Straße per Schlurfschritt über den Minigraben zu überwinden; dann nochmals bergauf. Füße heben ging gar nicht mehr, aber es war nicht mehr weit. Dann sah ich den Grenzübergang und die Leute von den verschiedenen Teams. Nach 1:20:34 auf 17,58km konnte ich Ronald in Jöhstadt den Kochlöffel in die Hand drücken. Die Waden zitterten noch ein ganzes Weilchen weiter... Mit der Laufzeit und dem Kilometerschnitt von 4:35 bin ich sehr zufrieden, bei mehr als 4:45 hätte ich 'nen Kasten Bier spendieren müssen. Zweitbeste Laufzeit aller Teams auf dieser Etappe freut mich ebenfalls.

Ronald hatte jetzt 10min Rückstand, denn der Hermsdorfer Läufer war 1:15 gelaufen. Die Elbtalflitzerin 1:35, also recht komfortabler Vorsprung auf Platz drei. Auf dem Hirtstein hatte Ronald dann zwei weitere Minuten aufgebrummt bekommen, aber dank seiner langen Beine machte er bergab wieder Boden gut und schickte mit 11min Rückstand Herchi auf dessen 21km-Strecke. In Deutschkatharinenberg dann erstmal was Essen und Annett nochmal mit der Technik vertaut machen. Die Hermsdorfer hatte hier dann schon beachtliche 22min Vorsprung und unserer auf die drittplatzierten Elbtalflitzer war auf 3min geschrumpft. Annett hatte dann einige Problem mit der Navigation am Seiffener Skihang. Andere Teams scheinbar auch und selbst der Hermsdorfer schlug sich durch hohe Brennnesseln. Aber Annett kämpfte toll und kam trotz deutlich längerer Laufstrecke noch eine Minute vor den Flitzern in Bad Einsiedel an (für die Zweifler: inklusive Schwartenbergüberquerung, was sich auch belegen läßt...!). Tino übernahm jetzt den Staffellöffel. Die Elbtalflitzer hatte mit Harald Schnare einen ganz starken Läufer, der letztes Jahr der eXa die Führung auf der Strecke abnahm und auch dieses Mal überholte er. Tino kam dann nach unfreiwilligem Zwischestopp im Busch mit 10min Rückstand auf den Zweiten an und übergab an Jonny. Das würde knapp werden. Jonny ist sauschnell - aber 10min? Die Hermsdorfer waren weit voraus und bereits fast im Ziel! Deren Läufer war sogar 2min schneller als Jonny letztes Jahr, aber der wiederum machte das fast Unmögliche doch noch klar und überlief die Zweitplatzierte und kam mit nochmals 2min schnellerer Etappenzeit um 18:17Uhr am Galgenteich in Altenberg ins Ziel wo er von uns gefeiert wurde!

Platz 2 für die LG eXa Leipzig

Wir waren damit nochmals 1h19min schneller als im letzten Jahr aber gegen die Läufer von Traktor Hermsdorf war dieses Jahr kein Kraut gewachsen. Da muß man neidlos und voller Respekt sagen: Superleistung von allen und Wahnsinnszeit, denn die waren nochmal um einiges schneller und bereits 17:26Uhr im Ziel! Platz drei ging an die Elbtalflitzer, die 18:24Uhr ins Ziel kamen. Auch an sie: Glückwunsch!

Eigentlich wollte ich in Altenberg bleiben und die ganze Nachveranstaltung noch mit genießen aber ich hatte so heftige Migräne, dass ich mich von Alex und Chrische mit nach Leipzig fahren ließ, SCHADE! Aber nächstes Jahr dann. Das Wannenbad hat nicht allzuviel genützt, denn noch heute kann ich kaum Treppensteigen und selbst normales Gehen ist eher ein unkontrolliertes Gestakse statt gewollte und koordinierte Bewegung...
Ein ganz großes Dankeschön an die Organisatoren, die anderen Teams für faire & spannende "Duelle" und selbstverständlich meine Teamkollegen!

Gesamtergebnisse erscheinen hier.
Nachfolgend noch ein paar anklickbare Impressionen:

Start 4Uhr morgens
Alex hat Platz 2 erkämpft
und Steven den Streckenrekord pulverisiert
gemeinsam in Spitzenposition (Matthias in Neon)
ich in Kovárská
kurz vor Jöhstadt
Ronald auf dem Hirtstein
Frank nach 21km
Tino wechselt gleich auf Jonnyder erläuft noch den 2.Platz

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