Montag, 23. April 2012

Der Mann von Seite 1

Manchmal kommt man völlig unberechtigter Weise zu "Berühmtheit" - aktuell in meinem Fall zu fast trauriger Berühmtheit.

Da bekomme ich doch heute Morgen einen Nachricht (übrigens von einem Marathondebütanten in 2:58:xx!!!), dass er mich gerade in der Zeitung entdeckt hat: Titelbild der Leipziger Volkszeitung vom 23.04.2012. An sich ja eine schöne Sache, nur leider hat die Sache ein gewisses G'schmäckle... Und zudem muss ich mich auch heute häufiger erklären als mir lieb ist. Fangen wir von vorne an: wie bekannt war mein es mein Ansinnen am 22.April mich sol lange wie möglich an die Fersen des sub3:15-Zugläufers zu hängen und am Ende mindestens 3:20h zu finishen. Die Zeichen standen nicht schlecht: das Training war zwar teils etwas achterbahnartig aber ich war zufrieden und auch ein HM-Test ließ genannte Zielzeit (in meinen Augen) realistisch erscheinen -  auch wenn wirklich alles hätte passen müssen. Wie bereits erwähnt hatte ich mich an einem 3:10er Plan orientiert, zwischenzeitlich aber auf 3:12 geschielt - marginale Unterschiede. 10 Läufe von >28km, 8 davon über 30km. Knapp 900km in einer Durchschnittspace von 4:59min/km abgespult, nicht überragend, aber auch kein Halbmararthontraining... !
Das Wetter war fast optimal; temperaturen wie sie noch vertretbar sind und zwar Wind und Böen, aber an Stellen wo es ok war (bergab) oder wo man sich verstecken kann. Zudem  kam dazu, dass kurzfristig Ronald als Zugläufer einsprang und dass er wie ein Uhrwerk laufen kann, wusste ich. Frühstück bei Chrische (perfekte Ablenkung von der eigenen Nervosität), optimistisch stand ich am Start direkt neben Ronald und wiech ihm die nächste Zeit auch nicht von der Seite. Voller Tatendrang ging es los und gut dass der zugläufer auch als Bremsläufer fungiert, ansonsten wäre ich wohl fast zu schnell angegangen. Seite an Seite mit Ronald spulten wir die Kilometer ab, ganz konstant, leichter Vorsprung zum Soll. Auch die Prager Straße hoch alles kein Problem. Puls perfekt - gerade mal 160. Am Völki die ersten Bekannten am Straßenrand die mir zuriefen. Gleiches an der Märchenwiese (Zwickauer Straße). Wir vor und die anderen bereits nach der Wende sehe ich Chrische und Alex und dahinter die sub3-Gruppe um Matthi und Jonny. Auch bei 15km Extrabeifall von Stemi und später Ritzi. Ronald schickte mich mal aus dem Wind, damit ich vorn keine Körner sinnlos verbrate - ok, verstecke ich mich etwas. Unsere Gruppe war riesig. Auch wenn ich mich gerade 1x umdrehte -  es waren bestimmt 20-25 Läufer - zumindest anfangs. Bei km17 (Schleusiger Weg) verlor ich um popelige 20m den Anschluss. Verdammt. Aber diese 5-6sec kann ich wieder ranlaufen. Mist, noch ein Kilometer 6sec zu langsam. Dann wieder 4:30; passt. Aber bereits jetzt Arbeit! Klar ist das hier kein Kindergeburtstag, aber so früh wollte ich eigentlich noch nicht beginnen zu kämpfen sondern fluffiger unterwegs sein...
Und dann diese ersten Anflüge der Gedanken an DNF - tödlich. Einmal im Kopf... Ich merke, dass ich heute nicht bereit bin, einen Gang rauszunehmen und es halt 10, 15, 20sec/km langsamer anzugehen und weiterzulaufen. Nein, heute wollte ich ganz oder garn nicht. Und Biss oder Bock, weiterzukämpfen und bei 30-35km an die Wand zu laufen hatte ich überhaupt nicht. Nein, jetzt war ich an Start-Ziel und hörte einfach auf.

SCHEISSE!!!

21,12km in 1:36:50 - 4:35er Pace - perfekt...
Ich kann nicht mal richtig sagen, woran es gelegen hat. Ich glaube nicht, dass die Zielzeit zu utopisch war, die Beine waren auch nicht hinüber oder Akku bereits leer - es war eher eine Kopfsache: zu aggressiv, zu sehr auf das Ziel fixiert, aber auch der Drang: heute muss es sein.
Nun ja, da stand ich nun. Kurzzeitig überlegte ich noch, mit Jan weiterzulaufen, der etwa 3min später vorbeikam. Aber ich hatte auch einfach keinen Bock auf irgendwie finishen. Also Nummer ab, umziehen und ab zur Zielgasse und auf die Sieger warten. Dort durfte ich nicht nur die Sieger bejubeln sondern auch die grandiose Laufleistung von Robert (2:43) miterleben und vor allem die beste Zielansage und den adrenalinreichsten Zieleinlauf  miterleben - Zitat: "Und jetzt kommt ein Läufer dessen Namen wir uns für die Zukunft merken müssen - Christoph Fünfstück!" Und wie Chrische auf der Zielgerade abging... ;-)
Souverän auch die sub3h-Auftritte von Matthi und Jonny. Ganz groß auch Thomas, der in 3:01 finishte. Bei Alex hat es nicht ganz gepasst. Später dann noch Ritzi angefeuert der in 39:00 wie erwartet unter 40 auf dem 10er blieb. Auch Steffen St. verbesserte seine PB gleich mal um 18min, auch wenn er noch mehr erhofft hatte: so bleiben wenigstens Ziele.

Was nehme ich mit: keinen Muskelkater ;-) stattdessen ging es später noch 3h durch den Zoo und danach noch ab zum Kindergeburstag. Die Distanz inkl. Pace bin ich mehrfach im Training gelaufen, sollte also irgendwo auch passen. In 3 Wochen dann Rennsteig-Marathon. (Hoffentlich) Genußlauf mit Thomas D.
Und Straßenmarathon? Keine Ahnung; ich hätte jetzt schon Bock ;-) Aber erstmal ankommen, egal welche Zeit - ich will nicht der Martin Beckmann der LG eXa sein.

Dann auch gern auch ohne Titelbild...



(LVZ)

Montag, 2. April 2012

Wunsch und Wirklichkeit

Die Zeit verrinnt und in 20 Tagen ist es soweit: Leipzig-Marathon 2012.
Etwa 760 Vorbereitungskilometer habe ich bisher absolviert: nicht gerade der Brüller, aber ich hoffe ausreichend. Davon sind 7 Läufe 30-36km lang gewesen, ein letzter kommt diese Woche noch dazu. Anfangs passten auch die Intervalle gut und ich konnte die geforderten Zeiten auch umsetzen. Dann etwas Achterbahntraining, sprich: mal lief es echt gut und dann auch mal eine Woche überhaupt nicht. Aber, alles in Allem nichts Dramatisches. MRT bzw. MRT-nahe Zeiten habe ich bis 21km geübt und für gut befunden. Aber irgendwie bin ich trotzdem skeptisch.

Gestern war die eigentlich einzige Standortbestimmung vor dem Hauptevent des Frühjahrs. Zusammen mit einigen eXa-Kollegen stand ich an der Startlinie in Wurzen zum Muldentaler Städtelauf. Es wurde wieder viel über zu laufende Bestzeiten diskutiert. Da standen sogar Zeiten von unter 1:28h im Raum und ich solle doch wohl mindestens sub1:30h laufen. Wer mich kennt weiß: ich bin da immer etwas skeptisch und somit schätzte ich mein aktuelles Laufvermögen eher auf 1:33 ein. Schließlich sollte es auch kein absolut-volles-Rohr-ich-schieß-mich-ab-lauf werden. Nichtsdestotrotz schloß ich mich der (bis zum Ende perfekt harmonierenden) eXa-Gruppe um Hase Matthi und seine Schäfchen Steffen R., Steffen S. und Thomas D. an. An die angesagten 1.30 konnte ich nicht so recht glauben, hieß es doch zwischenzeitlich auch mal 1:27-Versuch. Egal, los ging es und ich heftete mich an deren Fersen. 4:05-4:08er Schnitt auf den ersten 5km überzeugten mich dann doch recht schnell, nicht auf Biegen und Brechen dranbleiben zu wollen (hätte ich auch never geschafft) und somit machte ich nach 5,5km bis ins Ziel mein eigenes Ding. Weder eine Wiederholung der 1:28 von 2010 noch eine
1:30 wären drin gewesen, zumindest nicht in Hinblick auf den 22.4. Meine Pace pegelte sich auf +- 4:25 ein, wobei auch mal Ausreißer in beide Richtungen dabei waren. Da ich die ganze Zeit allein lief, lief ich irgendwie recht unkonstant...
Naja, der Rest ist schnell gesagt: keine großen Besonderheiten, mal flutschten die Kilometer, aber 1-2km fielen mir auch schwerer. Am Ende kamen 1:32:27 (laut Liste) raus: weder entspannt noch ausgekotzt. Aber immerhin trotzdem noch mein persönlich 2.-schnellster HM.

Mit der 1:32 war ich übrigens schlechtester Teilnehmer der eXa.... Christoph kam nach saustarken 1:17:49 als Gesamt-11. und AK-Sieger ins Ziel (getippt hatte ich 1:17:24). Alex ebenfalls mit neuer PB (1:22h) und die 4-von-5-kamen-durch-Gruppe finishte deutlich sub1:30 -> 1:25:xx Respekt!!!

Tja, was nehme ich nun mit? Wenn ich die "schlauen" Marathonzeiten-Rechner des WWW bemühe kommen schon noch Zeiten raus, die darauf hindeuten, dass ich es zumindest versuchen sollte, mich an den 3:15er Zugläufer zu heften. Vielleicht wird es wieder mal ein Tag, an dem alles passt...

See you in LE!

Impressionen vom Lauf:
(Danke an Silvio für die Bilder!)

Race-Pace-Prediction: ;-)

Montag, 5. März 2012

Projekt_LE2012

In Anlehnung an André Pollmächers lesenswerten Blog habe ich mal die Überschrift so gewählt. Kleiner Unterschied: London hat die Olympischen Spiele bekommen, Leipzig nicht. André muss sub2:12h laufen um dabei zu sein, ich darf einfach so dabei sein. Die Stunden in der Laufzeit unterscheiden sich ebenso, aber zumindest die Minutenzahl hat was nahezu Gemeinsames... Seit 1.Januar 2012 trainiere ich mal wieder nach Plan: wieder Marathonaustria. Und den Mund nehme ich da gleich mal ganz schön voll: ich versuche mich am 3Stunden10Minuten-Plan. Ich weiß, das ist für mich ein ganz schön großer Brocken an dem ich mich da versuche, aber die Einheiten als solche habe ich bisher alle (bis auf eine Einzige) geschafft. Allerdings muss ich dazu sagen, dass ich natürlich gerade mal auf zumeist 4 Einheiten je Woche komme. Obwohl: letzte Woche war ich 6x auf der Piste und habe zum ersten Mal überhaupt die 100km-Marke geknackt. ;-)
In den letzten 8 Wochen habe ich zudem 5 Läufe >30km absolviert, meist schneller als im Plan steht. Nur bei einem hatte ich ein paar Problemchen. Letztes Wochenende habe ich daher vor dem 12km-Fockeberglauf gleich 21km Warmlaufen geübt. Und es lief alles hervorragend. Die 6x Fockeberg bin ich dann absolut ruhig gejoggt da ich ja mal wieder eine lockere Zielzeit getippt hatte (und 23sec daneben lag).
Anfang Januar merkte ich schon die deutliche Steigerung gegenüber den Vormonaten und das Knie (bzw. teils sogar beide; nach Bahnläufen) muckerte etwas. Das kannte ich ja nun seit mehr als einem Jahr. Mittlerweile kann ich sagen: rausgelaufen. Erstmals seit 1, 5 Jahren habe ich gar keine Zipperlein beim Laufen - sieht man von 2 blauen Zehennägeln ab, die nun wieder da sind...
Ziel wird sein, am 22.April hier in Leipzig so lange wie möglich den 3:15h-Zugläufer zu begleiten. Mal schauen wie es läuft, vor allem noch bis dahin. Im Mai folgt dann ein ganz entspannter Rennsteigmarathon und dann ist schon wieder Traversenzeit.
Bis dahin gilt es noch fleißig zu trainieren denn die Laufkollegen zeigen derzeit Laufleistungen die wahrlich unfassbar erscheinen... Mal sehen, vielleicht kann ich ja dieses Jahr auch meine Wette mit David noch mal in Angriff nehmen.

letzten Samstag beim Fockeberglauf bei km 31 (bzw. 10):

Mittwoch, 12. Oktober 2011

Jaaaa, er lebt noch!

5 Monate Funkstille... da wird es Zeit, mal wieder ein paar Zeilen zu schreiben, obwohl es im Vergleich zu den beiden Vorjahren nicht soooo viel zu Schreiben gibt.
Nach dem Rennsteiglauf folgt wie immer die Erzgebirgstraverse als nächster Höhepunkt im Laufjahr. Für mich hieß das: neue Strecke. Ich lief die vorletzte Etappe und hatte als Radbegleitung Christoph an meiner Seite, zumindest solange, bis er Dank Platten nicht mehr mitfahren konnte. Der Konkurrenz fiel dabei auch auf, dass ich statt den berühmten Kochlöffel "nur" einen Ast am Wechsel an Schlußläufer Alex übergab. Doch alles nahm ein glückliches und für die LG eXa erfolgreiches Ende: nach sehr spannendem Verlauf waren wir auch 2011 wieder siegreich. Persönlich konnte ich aber nicht so recht beitragen, denn obwohl mein Streckenabschnitt sehr schön zu laufen ist, war ich langsamer als in so mancher Trainingseinheit unterwegs. Und so ging es auch weiter im Laufjahr 2011. Stadtranglistenläufe und ähnliche Veranstaltungen ließ ich gleich weg, da ich eh nix reißen konnte. Viel zu wenige Laufkilometer im Sommer und dazu noch ein mal wieder zwickendes Knie.
Trotz grottiger Laufleistung durfte ich beim Hüttertallauf erstmals das Podium besteigen... eine bis dato unbekannte Erfahrung ;-)
Beim traditionellen Rochlitzer Berglauf hatte ich zumindest eine gute erste Runde hingelegt, aber bekanntlich bestehen die 21,7km dort aus zwei Runden und bei der 2. Überquerung des Gipfels waren die Anstiege wie immer steiler und länger als zuvor...
Naja, so kam es wie kommen musste: der Laufchef sprach mich bezüglich Kampfgewicht an und drohte mit Zwangseingliederung in die Abteilung "Dart" der LG eXa... Bei jedem Trainingslauf im Auewald muss ich jetzt die argwöhnischen Blicke von C.P. fürchten... Vielleicht helfen ja erstmal Schlabber-Shirts...
Egal, es werden Nägel mit Köpfen gemacht: jegliche Herbstwettkämpfe (wie der eigentlich eingeplante Dresden-Marathon) wurden bereits im Sommer gecancelt und das erste Ziel für die nächste Saison ist der 3.Wintermarathon der LG eXa Leipzig. Diesmal aber nicht als Streckenposten sondern als Teamläufer. Neben "Die Dicken" oder "Die 3 4-Stunden-Omas" standen auch weniger gewichts- oder geschwindigkeitsbezogene Teamnamen zur Auswahl. Aktuell wird neben Christoph noch der 3. König gesucht... ;-) Bewerbungen bitte an mich und/oder Chrische.
Ob ich dann endlich mal einen flotteren Straßenmarathon (z.B. Leipzig oder OEM) versuche, weiß ich noch nicht und ist vor allem KNIE-abhängig. Aber zumindest Rennsteig ist fest eingeplant und zum dortigen Marathon bin ich ebenfalls bereits angemeldet.

Dienstag, 24. Mai 2011

Jedes Jahr im Mai...

...ist Rennsteiglauf. Und dieser findet seit 2003 mit meiner Beteiligung statt (abgesehen von einer verletzungsbedingten Absage 2008): 6x HM und jetzt zum 2.Mal Marathondistanz - obwohl, hier am Rennsteig ist selbiger ja ein Stückchen länger, nämlich 43km.

Für den Start in 2011 hatte ich mich bereits frühzeitig - kurz nach dem Finish 2010 - entschieden und auch angemeldet. Wie schon ein paar Mal hier im Blog geschrieben, verlief das Laufjahr 2010 ab Sommer und beginnend 2011 alles andere alles optimal. Viel zu wenige Kilometer, dazu noch die Probleme mit dem Knie. Richtiges Training für den Rennsteig habe ich erst sehr spät begonnen, nachdem das Knie nicht mehr so muckerte. Trainingsplan lag zwar vor, wurde aber eher als Anhaltspunkt gesehen und nicht als Vorgabe. Tempotraining oder Intervalle habe ich eigentlich gar nicht gemacht und die Wettkampergebnisse lagen sehr weit hinter denen vom letzten Jahr. Und so war eigentlich klar, dass die 3:42 von 2010 kein Ziel sein kann. Lange Läufe habe ich kniebedingt erst sehr spät gemacht, aber die waren gut und wichtig für den Kopf. Recht schnell stand dann auch fest, dass die 43km zusammen mit Christoph bewältigt werden sollten. Zwar hieß "würdevolles Ankommen" erstmal das Minimalziel, aber unter 4h sollten es schon sein. Am Wettkampfmorgen habe ich auf 3:50/3:55 getippt.

Alex hatte ebenso für den Marathon gemeldet und hatte sich um eine Unterkunft in Stützerbach gekümmert, wo wir zusammen mit Susan (HM), Sigrun (17k W) und Matthias (M) einquartiert waren. Ich holte mit Christoph in Neuhaus die Startnummern ab und dort hatten wir gleich mal Rennsteigfeeling: Gewitter mit heftigst Regen. Danach noch Kloßparty (sehr lecker!) und dann den Segen vom Waldemar C. abgeholt. So konnte ja nix mehr schief gehen. Abends noch das Knie Kinesio-Tapen lassen (schickes blau...) und Mutbier getrunken...

Samstagmorgen dann das Auto in Schmiedefeld deponiert und mit dem Bus zum Start gefahren. Danach die üblichen Vorbereitungen und nach dem x-ten Mal Schunkeln und Hei-Hei-Hei-Ho ging es dann 9Uhr los. Wir standen wohl etwas zu weit hinten, dann anfangs stauete es sich ganz schön. Aber recht schnell hatte sich alles eingeordnet und wir zogen gemeinsam unsere Bahnen. Doch bereits nach wenigen Kilometern Pionierblasenalarm... erstmal durchhalten und verdrängen... Ich hatte mit einem Zeitverlust von 10-20sec je Kilometer gegenüber 2010 gerechnet. Bei Kilometer 10 waren es auch ziemlich genau 2min und bei 18,8 (Verpflegung Masserberg) etwa 3min. Also alles im Soll. Die anfängliche Schwüle war auch nicht so dramatisch und gerade in den schattigen Waldpassagen war es wunderbares Laufen. Christoph lief ein gutes Tempo und nix deutete auf Probleme hin. Bei KM 20 dann doch ab in die Büsche; kurze Absprache; weiter gings. Und plötzlich war er weg! Ich rechnete eigentlich damit, dass er hintermir sei und auflaufe, aber nix. Weiter gings: Halbmarathonmarke, Getränkepunkt (nochmal gewartet), Hohlweg (die schönste Passage). Also gings allein weiter, wobei um mich heru waren eh immer die gleichen Begleiter. Bis Kilometer 33 auch kaum Probleme, außer der Hunger. Ich sehnte mir die Verpflegungsstelle Neustadt (29km) herbei. Zudem hatte Christoph noch eine Gels... Ab 33 wurde es aber merklich schwerer. Keine muskulären Probleme oder beginnende Krämpfe wie 2x im letzten Jahr, aber der Akku war so langsam leer: einfach keine Kraft mehr. Das führt zu Gehpassagen am Berg und bergab rollt es auch nicht mehr so recht, sondern eher simples Joggen. Die rechnerei im Kopf begann: wieviel Zeit kann ich mir für sub4 noch nehmen?

Der Himmel verdunkelte sich, es grollte und ab km37 goß es wie aus Eimern - störte mich aber nicht, da ich eh Schlechtwetterläufer bin. Nur die Klamotten wurde recht schwer. Bei km41 gingen dann wieder erstmals meine Emotionen mit mir durch... Die Marathonmatte wurde dieses Mal nach 3:48 überlaufen, also 13min später als 2010. Nun noch den Abschlußberg zum Sportplatz hoch: nochmal Emotionen pur, kurze Gehpassage, im zentimeterhohen Sturzbach wieder Loslaufen, Menschenspalier trotz Wolkenbruch, Sportplatzrunde, Ziel!

3:56:23

Dann 6 Becher heißen Tee und Kleiderbeutel suchen. Die LSV-ler Christian, Ulf & Co getroffen, die gerade den Supermarathon sub7 gefinisht hatten. Das relativiert die eigene Leistung gleich wieder und man fühlt sich trotz 43km ganz klein...! Vor dem Festzelt traf ich das "Häufchen Elend" Jörg, der nach einem dramatischen Rennverlauf mit 72km auf Platz 3 bzw. 2 am Ende auf den letzten Metern wieder auf Platz 4 (wie 2010) verdrängt wurde. Tragisch aber trotzdem eine WAHNSINNSLEISTUNG!!!

Irgendwann traf ich im Festzelt dann auch Christoph, der gar nicht so viel später ins Ziel trudelte... ;-) Noch Quatschen mit einigen Leipzigern, den Vereinskollegen und einigen Läufer die ich so kenne. Danach noch ein paar hundert Meter Auslaufen und nochmal zurück in die FeWo. Abends dann mit Taxi zurück zur AfterRunParty: ein absolutes MUSS! Auf dem Zahnfleisch ins Ziel gekrochene, humpelnde Läufer erwecken mit Unmengen isotonischer Durstlöscher neue Lebensgeister und steppen auf den Tischen...

Sonntag am späten Vormittag gings zurück nach Leipzig. Ich fühle mich blendend, keine Probleme, leichter Muskelkater (keine Ahnung, ob vom Lauf oder dem ständigen Hoch auf die Bierbänke...), daheim dann vom grandiosen 3.Platz der eXa-M45er bei der Deutschen Marathon-Meisterschaft in Hamburg erfahren. Montagabend dann bereits ein erster 9km-Lauf mit einem der Bronzegewinner (und diesmal sah ich deutlich dynamischer aus als er...), so als sei nix gewesen...

Nächstes Jahr ist Jubiläum: 40. Rennsteiglauf; man wird mich wieder im schönsten Ziel der Welt treffen; mal sehen auf welcher Strecke...

Hier noch die nackten Zahlen (Vergleich 2011 vs. 2010):

(km ; min/km ; 2011vs.2010 (+min) ; 2011vs2010(+min) Gesamt)

1 05:45 00:34 00:34
2 04:40 00:03 00:37
3 04:47 00:07 00:44
4 04:55 00:08 00:52
5 04:44 00:16 01:08
6 04:34 00:15 01:23
7 04:50 00:10 01:33
8 04:50 00:07 01:40
9 05:47 00:15 01:55
10 05:14 00:07 02:02
11 05:20 00:14 02:16
12 04:47 00:00 02:16
13 04:59 00:07 02:23
14 04:40 00:00 02:23
15 04:48 00:05 02:28
16 04:52 00:05 02:33
17 05:24 00:02 02:35
18 05:58 00:11 02:46
19 05:25 00:13 02:59
20 05:13 00:34 03:33
21 05:37 00:11 03:44
22 05:33 00:15 03:59
23 05:27 00:31 04:30
24 05:57 00:11 04:41
25 05:07 00:11 04:52
26 05:26 00:09 05:01
27 05:23 00:15 05:16
28 05:06 00:14 05:30
29 07:01 00:51 06:21
30 05:03 00:08 06:29
31 06:52 00:20 06:49
32 05:23 00:15 07:04
33 07:06 00:48 07:52
34 06:31 00:54 08:46
35 05:27 00:25 09:11
36 05:35 00:27 09:38
37 06:19 00:38 10:16
38 06:48 00:56 11:12
39 05:28 00:15 11:27
40 05:59 00:31 11:58
41 05:55 00:39 12:37
42 05:16 00:16 12:53
43 06:04 00:27 13:48

Summe: 3:56:23 (2011) vs. 3:42:31 (2010)




Mittwoch, 20. April 2011

Science or Magic? - dna als BROOKS-Testläufer

Vor einigen Wochen bewarb ich mich bei BROOKS als Testläufer um sowohl Equipment der aktuellen Kollektion als auch Prototypen zu testen und siehe an, ich hatte das Glück und wurde ausgewählt: hier mein bisheriger Eindruck zu den 5 getesten Objekten der Begierde:

BROOKS Adrenalin GTS 11:

Dies ist sozusagen ein Dauerbrenner in der Support-Laufschuhfraktion. Mittlerweile die 11. Generation und sehr beliebt bei Läufern mit Überpronation. Ich hatte mal die Version 6 im schicken Orange und war damals begeistert von der Passform, vor allem die geräumige Zehenbox gefiel mir und meinen Zehen. Was mir damals nicht ganz so gefiel war die im Vorfussbereich recht breite und etwas ausladende Sohle die dazu führte, dass ich beim Laufen teils am anderen Schuh entlangschleifte. Ganz anders beim Modell 11: bei immer noch so geräumiger Zehenbox ist der Vorfußbereich etwas schmaler geworden und die Sohle steht seitlich nicht mehr so nach außen. Brooks stellte mir ein Modell in Farbkombination Blue/Silver zur Verfügung. Sieht recht unspektakulär aus, eher zurückhaltend und unaufdringlich. Aber ich bin ehr der Meinung, grelle Farben und aggressives Design gehört zu Schuhe der Kategorie Lightweight / Racer. Ich will nicht mit schnell aussehenden Schuhen lange Läufe absolvieren… Was mir optisch sehr gut gefällt ist die Verwendung von recht vielen reflektierenden Komponenten des Obermaterials: für mich als Spätabends- und Dunkelläufer sehr wichtig, damit man durch Autofahrer und Radler gut gesehen wird. Die Passform ist wirklich optimal für meine Füße obwohl ich ja nicht zuvor testen konnte! Größe angegeben, Schuh bekommen, anprobiert, sitzt perfekt. Dazu trägt besonders auch das Schnürsystem bei. Seitliche flexible Elemente sorgen dafür, dass die Schnürsenkel die Seiten und oberen Bereiche des Schuhs sehr gut an den Fuß/Spann anpassen. Eine zusätzliche Lasche/Führung an der „Zunge“ sorgt dafür, dass selbige nicht verrutschen kann. Positiv fiel mir sofort das Profil der Sohle auf: kein zu starkes Profil und vor allem keine großen Aussparungen in denen sich Steine, Stöckchen oder Ähnliches verklemmen können.

Der Schuh soll für mittelschwere bis schwere Läufer geeignet sein, welche deutlich Überpronation aufweisen. Ich habe zwar ein paar Gramm zu viel auf den Rippen, bin aber auch nicht sooo schwer, zudem hält sich meine Überpronation in Grenzen. Trotzdem empfinde ich den Schuh als hervorragend geeignet für lange Läufe und für genau diese nutze ich den Adrenalin GTS 11. Bisher habe ich 150km mit ihm abgespult, u.a. zwei Läufe >30km. Einer davon komplett auf Asphalt und der zweite war ein Einsatz beim Hermannslauf letztes Wochenende. Dort wechselt der Untergrund ja bekanntlich ständig von Asphalt zu Sandboden, Waldwegen und Kopfsteinpflaster. In allen Situationen fühlte ich mich wohl mit diesem Schuh. Ein kleiner kritischer Punkt sei angemerkt: im Vorfußbereich auf der Oberseite des Schuhs befinden sich auf dem Mesh-Material zwei 3-fach gelochte Streifen; bei diesen habe ich den Eindruck, dass es durch das Knicken bzw. beim Abrollen recht bald zu einem Riss dieser Streifen kommen wird. Das Mesh-Obermaterial ist davon allerdings nicht betroffen.

Fazit: wirklich sehr guter und gelungener Schuh mit BROOKS-DNA-Dämpfung (passt doch gut zum Namen meines Blogs bzw. mein Nickname ;-) ohne dabei ein Laufsofa zu sein; wird mein Schuh für längere und lange Läufe und ersetzt jetzt meinen Mizuno Wave Inspire; den Schuh würde ich definitiv auch kaufen und er ist auf jeden Fall empfehlenswert!

BROOKS Ravenna 2:

Der zweite Schuh den mir BROOKS zum Testen zur Verfügung gestellt hat, ist der Ravenna 2. Ein ebenfalls gestützter Schuh mit DNA-Dämpfungstechnologie. Der Schuh ist mit seinen 300gr etwas leichter als der Adrenalin GTS 11 (etwa 320gr.). Ich habe die Farbkombination Rot/Grau, der Schuh ist aber auch in der etwas auffälligeren Variante Grau/Grün erhältlich. Auch hier wieder reichlich reflektierendes Material. Ebenso wie beim Adrenalin wird hier das innovative Schnürsystem mit flexiblen seitlichen Komponenten verwendet, das für sehr gute Passform sorgt. Auch mit diesem Schuh kam ich sofort sehr gut zurecht, hätte vermutlich beim Kauf aber eine halbe Nummer größer gewählt: vorher also mal anprobieren! Auffällig und beim Lauf auch deutlich spürbar ist die deutlich nach oben gezogene Spitze des Schuhs welche ein dynamisches Laufgefühl vermitteln und für gutes Abrollverhalten sorgt. Den Schuh bin ich bisher reichlich 100km gelaufen; zumeist bei extensiven Läufen um die 12-14km mit einigen Tempowechseln. Scharfer Einsatz dann beim „Untertagehalbmarathon“ im Salzbergwerk Sondershausen: mit dem tückischen Untergrund (loses und auch glattgeschliffenes Salz) und dem stark profilierten Gelände (steil bergauf und bergab) kommt der Schuh sehr gut zurecht ohne dass man im Schuh rutscht. Wie der Adrenalin 11 hat auch der Ravenna 2 eine Sohle ohne große Aussparungen o.ä. in denen sich Steinchen o.ä. verklemmen können: sehr gut!

Fazit: ebenfalls sehr guter Schuh mit toller Passform; meiner Meinung nach geeignet für normale und etwas flottere Läufe; empfehlenswert

Essential Run Vest:

Passend zum einsetzenden Frühling erhielt ich eine Laufweste zum Testen. Sie ist sehr leicht und aus windundurchlässigem und wasserabweisendem Material. Und dies trifft so definitiv auch zu! Sowohl bei starkem Wind als auch bei leichtem Regen bin ich mit dieser Weste gelaufen und sie hielt was sie verspricht: man kühlt nicht aus, schwitzt aber auch nicht und leichter Regen perlt ab (ein Ersatz für eine Regenjacke ist sie natürlich nicht. Mein Testobjekt war eine komplett schwarze Weste mit einigen reflektierenden Aufdrucken; wie gesagt, für mich recht wichtig; diese hätten etwas größer ausfallen können, ebenso könnte das Firmenlogo größer sein (das muss man aber halt auch mögen). Die Weste sitzt recht locker, kann aber durch flexible Kordeln enger anliegend geschnürt/gezogen werden. Was mir wirklich sehr gut gefallen hat und ich auf meinen langen Läufen geschätzt habe, ist das Vorhandensein mehrerer Taschen. 2 Außentaschen vorn (mit Zipper) sind perfekt für Kleinkram wie Schlüssel, Handschuhe oder Ähnliches. Zudem ist innen noch eine tasche für mp3-Player oder Handy angebracht: vorbildlich! Für Belüftung sorgen zudem Materialwechsel /Schlitze im Rückenbereich.

Fazit: sehr gute Ergänzung meines Laufequipments; lässt sich sehr gut mit Langarmshirt oder T-Shirt kombinieren – je nach Wetterlage; würde ich so auch kaufen (evtl. in einer anderen Farbe); noch besser wäre allerdings eine Variante mit abzippbaren Ärmeln -> Perfekt!

Versatile Shirt:

Zu meinen zahlreichen Shirts gesellte sich jetzt noch ein BROOKS-Shirt aus der EssentialRun-Reihe. Mein Testshirt ist komplett schwarz und somit recht zurückhaltend in der Farbwahl. Passt somit sehr gut zu den zumeist schwarzen Laufhosen. Logo und Rückenaufdruck sind reflektieren. Die Nähte scheuern nicht - super. Sehr gut gelöst ist der Feuchtigkeitstransport nach außen: seitlich wurde ein meshartiges Material verwendet, welches sehr atmungsaktiv ist; insgesamt: unspektakulär (andere farben sind wählbar!!!) aber erfüllt seinen Zweck genau so, wie es sein sollte!

Essential Run Wind Pant:

Hier musste ich etwas schmunzeln, denn da hatte es BROOKS wohl etwas zu gut mit mir gemeint, denn: das ist ein Damenmodell ;-) ABER: da die Hose weder pink ist (sondern schwarz) noch feminin geschnitten, würde ich sagen: diese Hose ist UNISEX; allerdings laufe ich nie in solch einem Hosentyp und somit nutze ich die extrem leichte Hose auf dem Weg zum und vom Wettkampf; kann man perfekt einfach drüberziehen; seitliche Zipper ermöglichen Ein-/Ausstieg auch mit angezogenen Schuhen; große Zippertaschen an den Seiten bieten reichlich Stauraum; wie bei der Weste wurde auch hier wind- und wasserabweisenden Material verwendet.

Gesamtfazit: besonders die getesteten Schuhe kann ich vorbehaltslos empfehlen, vor allem da sich mich in Sachen Passform und Laufeigenschaften überzeugt haben; die Weste ist ebenfalls eine tolle Ergänzung; das Shirt tut was es soll, die Hose hätte ich nicht gewählt ;-) trägt sich aber gut
Also, weiter so!!! und vor allem DANKESCHÖN!!!
P.S. Ganz gern würde ich was aus der Nightlife-Kollektion testen, ebenso den Green-Silence oder T7-Racer

RUN HAPPY!!!

Montag, 18. April 2011

Zwischenstand 2011

Mein letzter Blogeintrag liegt ja nun bereits ein Weilchen zurück und so wird es Zeit, mal wieder ein paar Zeilen zu schreiben und sich zum Zwischenstand im Jahr 2011 zu äußern.
Gleich mal vorweg ein kurzes Fazit: ich hänge hinterher! Und zwar hinter der Form des Frühjahrs 2010 und dies besonders bedingt durch weniger Kilometer. Irgendwie passt es dieses Jahr nicht so. Aber aufgeben will ich auch nicht und versuche, in den nächsten Wochen noch bissel was zu retten. Denn: am 21.Mai ist Rennsteiglauf und für mich heißt es dann 43,5km kämpfen und trotzdem Spaß dabei haben. Die Zahlen und Statistiken lügen nicht sondern zeigen mir meine derzeitige (Nicht-)Form an: letztes Jahr hatte ich nach 15 Wochen 928km abgespult, in 2011 sind es nur 661km: 70%. Letztes Jahr hatte ich zum gegenwärtigen Zeitpunkt eine neue tolle Bestzeit im Halbmarathon (1:28), dieses Jahr war ich in Grimma satte 13min langsamer…; 2010 ebenfalls 10er PB, derzeit ist an so etwas nicht zu denken. ABER: es hilft, sich realistische Ziele zu setzen und somit ist auch klar, dass ich meine 3:42 vom Rennsteig 2010 nicht erreichen werde. Aber wie mein diesjähriger Begleiter beim Rennsteig sagt: „Wir ziehen das Ding durch!“.

Eine kurze Wettkampfzusammenfassung der letzten Wochen: Untertagehalbmarathon war just-for-fun und hat auch richtig Spaß gemacht; AOK-Frühjahrslauf (10km) war richtig grottig schlecht; der Rochlitzer Berglauf (10,7km) war so lala und hat gezeigt, dass ich nochmal Berge üben muss; Wurzen-Grimma (Halbmarathon): falsche Taktik / falscher Ehrgeiz -> bereits nach 5km abreißen lassen (müssen); 3 Tage später Glockenturmlauf (12km) ging schon deutlich besser (im Bewusstsein, nach diesen 22km inkl. Hin/Rück gleich >30km am Folgetag laufen zu wollen); gestern Hermannslauf (31km): etwas forsch angegangen aber sonst alles nach Plan und gut gefühlt (inkl. 8min Verbesserung vs. 2010).

Hermannslauf ist auch gleich ein gutes Stichwort: nachdem ich letztes Jahr gute Erfahrungen damit gemacht hatte, vor dem Rennsteig auch mal einen >30-Lauf im profilierten Gelände zu machen, stand schnell fest, dies auch in diesem Jahr so zu machen. Also wieder frühzeitig angemeldet denn die 7000 Startplätze sind immer schnell vergriffen. Hatte ich im letzten Jahr vor dem Hermann bereits 6 Läufe von mind. 30km absolviert, war es diesmal gerade mal ein einziger (und der exakt 30km…). Naja, mit Thomas wurde eine Marschroute ausgekaspert und wir einigten uns auf 2:50 als Zielzeit, also locker gelaufener anspruchsvoller Lauf. Freitag mit Kind & Kegel und Sack & Pack nach Detmold gereist, Samstag noch schön den Wanst (Ranzen) auf der Kirmes und beim abendlichen Grillen vollgeschlagen: beste Voraussetzungen (macht man beim rennsteig schließlich auch so). Sonntagmorgen dann zeitig nach Bielefeld gefahren (Ja, wir haben es gefunden!), Startunterlagen abgeholt und wieder zurück zum Start zum Hermannsdenkmal. Dort hieß es wieder: Zeit totschlagen. Schnell noch Werbung für Run4Japan (1km = 1€) aufm Shirt festmachen, dann warmlaufen usw.. Diesmal Startblock B, also nur 5min später als die Local Heroes. Dann gings los: Gedränge, Gestolper, Geschubse auf den ersten Metern bis Kilometern bedeuten konzentriertes Laufen (erstmal bergab und gerade). Dann erster Anstieg: hier verliere ich kurz den Kontakt zu Thomas, laufe aber wieder auf. Weiter geht’s; bei km 8,5 kommt man zur Panzerstraße -> Spalier von Menschenmassen, wir sind unterwegs Richtung 2:40 (ich sollte partiell Recht behalten); dieses Jahr ist es deutlich kühler (und somit angenehmer zu laufen), aber die Sandpiste lässt den Staub aufwirbeln. Bei den ersten Treppen bergauf verliere ich Thomas erneut, hole ihn aber wieder ein, als er bei km 14 hinter dem Busch hockt… Vor Oerlinghausen (18) geht’s auf Kopfsteinpflaster steil runter (man ist das unangenehm für mein Knie!), im Ort Volkfeststimmung; dann holt mich auch Thomas wieder ein. Bei Kilometer 19 (Treppen hinterm Schopketal) lasse ich ihn ziehen, sehe ihn aber noch die nächsten 2-3 Kilometer, aber er nimmt mir ab hier 30sec pro Kilometer ab. Ich nehme etwas raus um mich nicht zu verheizen, soll ja ein Trainingslauf bleiben! Die Lämershagener Treppen sind wieder der Hammer, allgemein ist der Abschnitt 19-24km der härteste Teil. An der Teilung „Hermänner“ (Treppen) oder „Weicheier“ wähle ich wieder die Hardcorevariante (obwohl man da Zeit verliert). Kleiner Tiefpunkt ab jetzt, es ist wieder schwer, aber Training soll ja bekanntlich wehtun. Ab Kilometer 27 geht es nur noch gerade oder bergab. Ich laufe eher gemütlich als dass ich nochmal beschleunige. Diesmal ohne jegliche Rippenprobleme (siehe 2010). Auf den letzten 2 Kilometern wieder Tour-de-France-Feeling mit engem Zuschauerspalier. Nach 2:46:20 bin ich im Ziel. Kurze Erholung, alles hat gepasst: Rennsteig kann kommen, oder? Bis dahin noch 3 x >30km und am 21.5. nicht zu viel wollen, dann klappts auch mit dem schönsten Ziel der Welt ;-)
Ach ja, Thomas kam nach 2:40:00 ins Ziel (ich sollte mal Lotto spielen). Gewonnen hat Ezekiel Jafari Ngimba aus Tansania in 1:40 (neuer Streckenrekord) obwohl er sich bei Kilometer 1 erstmal die Schuhe zubinden musste...

Hier noch ein paar Impressionen (die kleinen Bilder stammen von nw-news.de)

Warten vor dem Start:

vor dem Start / die Leipziger Hermänner:

in Oerlinghausen (ca. km 18.5):

Lämershagener Treppen (22km):

kurz vor dem Ziel (31km):

im Ziel (das Fahrzeug brauchte ich aber nicht...):

im Ziel / mein Werkzeug (BROOKS Adrenalin GTS 11):