Montag, 18. April 2011

Zwischenstand 2011

Mein letzter Blogeintrag liegt ja nun bereits ein Weilchen zurück und so wird es Zeit, mal wieder ein paar Zeilen zu schreiben und sich zum Zwischenstand im Jahr 2011 zu äußern.
Gleich mal vorweg ein kurzes Fazit: ich hänge hinterher! Und zwar hinter der Form des Frühjahrs 2010 und dies besonders bedingt durch weniger Kilometer. Irgendwie passt es dieses Jahr nicht so. Aber aufgeben will ich auch nicht und versuche, in den nächsten Wochen noch bissel was zu retten. Denn: am 21.Mai ist Rennsteiglauf und für mich heißt es dann 43,5km kämpfen und trotzdem Spaß dabei haben. Die Zahlen und Statistiken lügen nicht sondern zeigen mir meine derzeitige (Nicht-)Form an: letztes Jahr hatte ich nach 15 Wochen 928km abgespult, in 2011 sind es nur 661km: 70%. Letztes Jahr hatte ich zum gegenwärtigen Zeitpunkt eine neue tolle Bestzeit im Halbmarathon (1:28), dieses Jahr war ich in Grimma satte 13min langsamer…; 2010 ebenfalls 10er PB, derzeit ist an so etwas nicht zu denken. ABER: es hilft, sich realistische Ziele zu setzen und somit ist auch klar, dass ich meine 3:42 vom Rennsteig 2010 nicht erreichen werde. Aber wie mein diesjähriger Begleiter beim Rennsteig sagt: „Wir ziehen das Ding durch!“.

Eine kurze Wettkampfzusammenfassung der letzten Wochen: Untertagehalbmarathon war just-for-fun und hat auch richtig Spaß gemacht; AOK-Frühjahrslauf (10km) war richtig grottig schlecht; der Rochlitzer Berglauf (10,7km) war so lala und hat gezeigt, dass ich nochmal Berge üben muss; Wurzen-Grimma (Halbmarathon): falsche Taktik / falscher Ehrgeiz -> bereits nach 5km abreißen lassen (müssen); 3 Tage später Glockenturmlauf (12km) ging schon deutlich besser (im Bewusstsein, nach diesen 22km inkl. Hin/Rück gleich >30km am Folgetag laufen zu wollen); gestern Hermannslauf (31km): etwas forsch angegangen aber sonst alles nach Plan und gut gefühlt (inkl. 8min Verbesserung vs. 2010).

Hermannslauf ist auch gleich ein gutes Stichwort: nachdem ich letztes Jahr gute Erfahrungen damit gemacht hatte, vor dem Rennsteig auch mal einen >30-Lauf im profilierten Gelände zu machen, stand schnell fest, dies auch in diesem Jahr so zu machen. Also wieder frühzeitig angemeldet denn die 7000 Startplätze sind immer schnell vergriffen. Hatte ich im letzten Jahr vor dem Hermann bereits 6 Läufe von mind. 30km absolviert, war es diesmal gerade mal ein einziger (und der exakt 30km…). Naja, mit Thomas wurde eine Marschroute ausgekaspert und wir einigten uns auf 2:50 als Zielzeit, also locker gelaufener anspruchsvoller Lauf. Freitag mit Kind & Kegel und Sack & Pack nach Detmold gereist, Samstag noch schön den Wanst (Ranzen) auf der Kirmes und beim abendlichen Grillen vollgeschlagen: beste Voraussetzungen (macht man beim rennsteig schließlich auch so). Sonntagmorgen dann zeitig nach Bielefeld gefahren (Ja, wir haben es gefunden!), Startunterlagen abgeholt und wieder zurück zum Start zum Hermannsdenkmal. Dort hieß es wieder: Zeit totschlagen. Schnell noch Werbung für Run4Japan (1km = 1€) aufm Shirt festmachen, dann warmlaufen usw.. Diesmal Startblock B, also nur 5min später als die Local Heroes. Dann gings los: Gedränge, Gestolper, Geschubse auf den ersten Metern bis Kilometern bedeuten konzentriertes Laufen (erstmal bergab und gerade). Dann erster Anstieg: hier verliere ich kurz den Kontakt zu Thomas, laufe aber wieder auf. Weiter geht’s; bei km 8,5 kommt man zur Panzerstraße -> Spalier von Menschenmassen, wir sind unterwegs Richtung 2:40 (ich sollte partiell Recht behalten); dieses Jahr ist es deutlich kühler (und somit angenehmer zu laufen), aber die Sandpiste lässt den Staub aufwirbeln. Bei den ersten Treppen bergauf verliere ich Thomas erneut, hole ihn aber wieder ein, als er bei km 14 hinter dem Busch hockt… Vor Oerlinghausen (18) geht’s auf Kopfsteinpflaster steil runter (man ist das unangenehm für mein Knie!), im Ort Volkfeststimmung; dann holt mich auch Thomas wieder ein. Bei Kilometer 19 (Treppen hinterm Schopketal) lasse ich ihn ziehen, sehe ihn aber noch die nächsten 2-3 Kilometer, aber er nimmt mir ab hier 30sec pro Kilometer ab. Ich nehme etwas raus um mich nicht zu verheizen, soll ja ein Trainingslauf bleiben! Die Lämershagener Treppen sind wieder der Hammer, allgemein ist der Abschnitt 19-24km der härteste Teil. An der Teilung „Hermänner“ (Treppen) oder „Weicheier“ wähle ich wieder die Hardcorevariante (obwohl man da Zeit verliert). Kleiner Tiefpunkt ab jetzt, es ist wieder schwer, aber Training soll ja bekanntlich wehtun. Ab Kilometer 27 geht es nur noch gerade oder bergab. Ich laufe eher gemütlich als dass ich nochmal beschleunige. Diesmal ohne jegliche Rippenprobleme (siehe 2010). Auf den letzten 2 Kilometern wieder Tour-de-France-Feeling mit engem Zuschauerspalier. Nach 2:46:20 bin ich im Ziel. Kurze Erholung, alles hat gepasst: Rennsteig kann kommen, oder? Bis dahin noch 3 x >30km und am 21.5. nicht zu viel wollen, dann klappts auch mit dem schönsten Ziel der Welt ;-)
Ach ja, Thomas kam nach 2:40:00 ins Ziel (ich sollte mal Lotto spielen). Gewonnen hat Ezekiel Jafari Ngimba aus Tansania in 1:40 (neuer Streckenrekord) obwohl er sich bei Kilometer 1 erstmal die Schuhe zubinden musste...

Hier noch ein paar Impressionen (die kleinen Bilder stammen von nw-news.de)

Warten vor dem Start:

vor dem Start / die Leipziger Hermänner:

in Oerlinghausen (ca. km 18.5):

Lämershagener Treppen (22km):

kurz vor dem Ziel (31km):

im Ziel (das Fahrzeug brauchte ich aber nicht...):

im Ziel / mein Werkzeug (BROOKS Adrenalin GTS 11):

Kommentare:

Sachsenwilli hat gesagt…

Alles ist schlechter in diesem Jahr und dann eine Verbesserung um 8 Minuten beim Hermann???? Das deutet doch eher auf eine sub 3:40 beim Rennsteig......

dna hat gesagt…

Neenee, das wird wohl eher nix mit sub 3:45 auf dem Rennsteig; bin wirklich schlechter in Form dieses Jahr und beim Hermann letztes Jahr einfach ohne Uhr gelaufen und hatte am Ende damals ein paar Probleme mit der Rippe was mich einiges an Zeit gekostet hatte; ich will nicht tief stapeln, aber auch nicht blauäugig ins Verderben rennen ;-)

David hat gesagt…

Natürlich kann der Rennsteig kommen! Du läufst doch dort nicht nur wenn eine Bestzeit möglich ist?
Glückwunsch zu tollen Zeit und bis bald am Rennsteig!