Mittwoch, 20. April 2011

Science or Magic? - dna als BROOKS-Testläufer

Vor einigen Wochen bewarb ich mich bei BROOKS als Testläufer um sowohl Equipment der aktuellen Kollektion als auch Prototypen zu testen und siehe an, ich hatte das Glück und wurde ausgewählt: hier mein bisheriger Eindruck zu den 5 getesten Objekten der Begierde:

BROOKS Adrenalin GTS 11:

Dies ist sozusagen ein Dauerbrenner in der Support-Laufschuhfraktion. Mittlerweile die 11. Generation und sehr beliebt bei Läufern mit Überpronation. Ich hatte mal die Version 6 im schicken Orange und war damals begeistert von der Passform, vor allem die geräumige Zehenbox gefiel mir und meinen Zehen. Was mir damals nicht ganz so gefiel war die im Vorfussbereich recht breite und etwas ausladende Sohle die dazu führte, dass ich beim Laufen teils am anderen Schuh entlangschleifte. Ganz anders beim Modell 11: bei immer noch so geräumiger Zehenbox ist der Vorfußbereich etwas schmaler geworden und die Sohle steht seitlich nicht mehr so nach außen. Brooks stellte mir ein Modell in Farbkombination Blue/Silver zur Verfügung. Sieht recht unspektakulär aus, eher zurückhaltend und unaufdringlich. Aber ich bin ehr der Meinung, grelle Farben und aggressives Design gehört zu Schuhe der Kategorie Lightweight / Racer. Ich will nicht mit schnell aussehenden Schuhen lange Läufe absolvieren… Was mir optisch sehr gut gefällt ist die Verwendung von recht vielen reflektierenden Komponenten des Obermaterials: für mich als Spätabends- und Dunkelläufer sehr wichtig, damit man durch Autofahrer und Radler gut gesehen wird. Die Passform ist wirklich optimal für meine Füße obwohl ich ja nicht zuvor testen konnte! Größe angegeben, Schuh bekommen, anprobiert, sitzt perfekt. Dazu trägt besonders auch das Schnürsystem bei. Seitliche flexible Elemente sorgen dafür, dass die Schnürsenkel die Seiten und oberen Bereiche des Schuhs sehr gut an den Fuß/Spann anpassen. Eine zusätzliche Lasche/Führung an der „Zunge“ sorgt dafür, dass selbige nicht verrutschen kann. Positiv fiel mir sofort das Profil der Sohle auf: kein zu starkes Profil und vor allem keine großen Aussparungen in denen sich Steine, Stöckchen oder Ähnliches verklemmen können.

Der Schuh soll für mittelschwere bis schwere Läufer geeignet sein, welche deutlich Überpronation aufweisen. Ich habe zwar ein paar Gramm zu viel auf den Rippen, bin aber auch nicht sooo schwer, zudem hält sich meine Überpronation in Grenzen. Trotzdem empfinde ich den Schuh als hervorragend geeignet für lange Läufe und für genau diese nutze ich den Adrenalin GTS 11. Bisher habe ich 150km mit ihm abgespult, u.a. zwei Läufe >30km. Einer davon komplett auf Asphalt und der zweite war ein Einsatz beim Hermannslauf letztes Wochenende. Dort wechselt der Untergrund ja bekanntlich ständig von Asphalt zu Sandboden, Waldwegen und Kopfsteinpflaster. In allen Situationen fühlte ich mich wohl mit diesem Schuh. Ein kleiner kritischer Punkt sei angemerkt: im Vorfußbereich auf der Oberseite des Schuhs befinden sich auf dem Mesh-Material zwei 3-fach gelochte Streifen; bei diesen habe ich den Eindruck, dass es durch das Knicken bzw. beim Abrollen recht bald zu einem Riss dieser Streifen kommen wird. Das Mesh-Obermaterial ist davon allerdings nicht betroffen.

Fazit: wirklich sehr guter und gelungener Schuh mit BROOKS-DNA-Dämpfung (passt doch gut zum Namen meines Blogs bzw. mein Nickname ;-) ohne dabei ein Laufsofa zu sein; wird mein Schuh für längere und lange Läufe und ersetzt jetzt meinen Mizuno Wave Inspire; den Schuh würde ich definitiv auch kaufen und er ist auf jeden Fall empfehlenswert!

BROOKS Ravenna 2:

Der zweite Schuh den mir BROOKS zum Testen zur Verfügung gestellt hat, ist der Ravenna 2. Ein ebenfalls gestützter Schuh mit DNA-Dämpfungstechnologie. Der Schuh ist mit seinen 300gr etwas leichter als der Adrenalin GTS 11 (etwa 320gr.). Ich habe die Farbkombination Rot/Grau, der Schuh ist aber auch in der etwas auffälligeren Variante Grau/Grün erhältlich. Auch hier wieder reichlich reflektierendes Material. Ebenso wie beim Adrenalin wird hier das innovative Schnürsystem mit flexiblen seitlichen Komponenten verwendet, das für sehr gute Passform sorgt. Auch mit diesem Schuh kam ich sofort sehr gut zurecht, hätte vermutlich beim Kauf aber eine halbe Nummer größer gewählt: vorher also mal anprobieren! Auffällig und beim Lauf auch deutlich spürbar ist die deutlich nach oben gezogene Spitze des Schuhs welche ein dynamisches Laufgefühl vermitteln und für gutes Abrollverhalten sorgt. Den Schuh bin ich bisher reichlich 100km gelaufen; zumeist bei extensiven Läufen um die 12-14km mit einigen Tempowechseln. Scharfer Einsatz dann beim „Untertagehalbmarathon“ im Salzbergwerk Sondershausen: mit dem tückischen Untergrund (loses und auch glattgeschliffenes Salz) und dem stark profilierten Gelände (steil bergauf und bergab) kommt der Schuh sehr gut zurecht ohne dass man im Schuh rutscht. Wie der Adrenalin 11 hat auch der Ravenna 2 eine Sohle ohne große Aussparungen o.ä. in denen sich Steinchen o.ä. verklemmen können: sehr gut!

Fazit: ebenfalls sehr guter Schuh mit toller Passform; meiner Meinung nach geeignet für normale und etwas flottere Läufe; empfehlenswert

Essential Run Vest:

Passend zum einsetzenden Frühling erhielt ich eine Laufweste zum Testen. Sie ist sehr leicht und aus windundurchlässigem und wasserabweisendem Material. Und dies trifft so definitiv auch zu! Sowohl bei starkem Wind als auch bei leichtem Regen bin ich mit dieser Weste gelaufen und sie hielt was sie verspricht: man kühlt nicht aus, schwitzt aber auch nicht und leichter Regen perlt ab (ein Ersatz für eine Regenjacke ist sie natürlich nicht. Mein Testobjekt war eine komplett schwarze Weste mit einigen reflektierenden Aufdrucken; wie gesagt, für mich recht wichtig; diese hätten etwas größer ausfallen können, ebenso könnte das Firmenlogo größer sein (das muss man aber halt auch mögen). Die Weste sitzt recht locker, kann aber durch flexible Kordeln enger anliegend geschnürt/gezogen werden. Was mir wirklich sehr gut gefallen hat und ich auf meinen langen Läufen geschätzt habe, ist das Vorhandensein mehrerer Taschen. 2 Außentaschen vorn (mit Zipper) sind perfekt für Kleinkram wie Schlüssel, Handschuhe oder Ähnliches. Zudem ist innen noch eine tasche für mp3-Player oder Handy angebracht: vorbildlich! Für Belüftung sorgen zudem Materialwechsel /Schlitze im Rückenbereich.

Fazit: sehr gute Ergänzung meines Laufequipments; lässt sich sehr gut mit Langarmshirt oder T-Shirt kombinieren – je nach Wetterlage; würde ich so auch kaufen (evtl. in einer anderen Farbe); noch besser wäre allerdings eine Variante mit abzippbaren Ärmeln -> Perfekt!

Versatile Shirt:

Zu meinen zahlreichen Shirts gesellte sich jetzt noch ein BROOKS-Shirt aus der EssentialRun-Reihe. Mein Testshirt ist komplett schwarz und somit recht zurückhaltend in der Farbwahl. Passt somit sehr gut zu den zumeist schwarzen Laufhosen. Logo und Rückenaufdruck sind reflektieren. Die Nähte scheuern nicht - super. Sehr gut gelöst ist der Feuchtigkeitstransport nach außen: seitlich wurde ein meshartiges Material verwendet, welches sehr atmungsaktiv ist; insgesamt: unspektakulär (andere farben sind wählbar!!!) aber erfüllt seinen Zweck genau so, wie es sein sollte!

Essential Run Wind Pant:

Hier musste ich etwas schmunzeln, denn da hatte es BROOKS wohl etwas zu gut mit mir gemeint, denn: das ist ein Damenmodell ;-) ABER: da die Hose weder pink ist (sondern schwarz) noch feminin geschnitten, würde ich sagen: diese Hose ist UNISEX; allerdings laufe ich nie in solch einem Hosentyp und somit nutze ich die extrem leichte Hose auf dem Weg zum und vom Wettkampf; kann man perfekt einfach drüberziehen; seitliche Zipper ermöglichen Ein-/Ausstieg auch mit angezogenen Schuhen; große Zippertaschen an den Seiten bieten reichlich Stauraum; wie bei der Weste wurde auch hier wind- und wasserabweisenden Material verwendet.

Gesamtfazit: besonders die getesteten Schuhe kann ich vorbehaltslos empfehlen, vor allem da sich mich in Sachen Passform und Laufeigenschaften überzeugt haben; die Weste ist ebenfalls eine tolle Ergänzung; das Shirt tut was es soll, die Hose hätte ich nicht gewählt ;-) trägt sich aber gut
Also, weiter so!!! und vor allem DANKESCHÖN!!!
P.S. Ganz gern würde ich was aus der Nightlife-Kollektion testen, ebenso den Green-Silence oder T7-Racer

RUN HAPPY!!!

Montag, 18. April 2011

Zwischenstand 2011

Mein letzter Blogeintrag liegt ja nun bereits ein Weilchen zurück und so wird es Zeit, mal wieder ein paar Zeilen zu schreiben und sich zum Zwischenstand im Jahr 2011 zu äußern.
Gleich mal vorweg ein kurzes Fazit: ich hänge hinterher! Und zwar hinter der Form des Frühjahrs 2010 und dies besonders bedingt durch weniger Kilometer. Irgendwie passt es dieses Jahr nicht so. Aber aufgeben will ich auch nicht und versuche, in den nächsten Wochen noch bissel was zu retten. Denn: am 21.Mai ist Rennsteiglauf und für mich heißt es dann 43,5km kämpfen und trotzdem Spaß dabei haben. Die Zahlen und Statistiken lügen nicht sondern zeigen mir meine derzeitige (Nicht-)Form an: letztes Jahr hatte ich nach 15 Wochen 928km abgespult, in 2011 sind es nur 661km: 70%. Letztes Jahr hatte ich zum gegenwärtigen Zeitpunkt eine neue tolle Bestzeit im Halbmarathon (1:28), dieses Jahr war ich in Grimma satte 13min langsamer…; 2010 ebenfalls 10er PB, derzeit ist an so etwas nicht zu denken. ABER: es hilft, sich realistische Ziele zu setzen und somit ist auch klar, dass ich meine 3:42 vom Rennsteig 2010 nicht erreichen werde. Aber wie mein diesjähriger Begleiter beim Rennsteig sagt: „Wir ziehen das Ding durch!“.

Eine kurze Wettkampfzusammenfassung der letzten Wochen: Untertagehalbmarathon war just-for-fun und hat auch richtig Spaß gemacht; AOK-Frühjahrslauf (10km) war richtig grottig schlecht; der Rochlitzer Berglauf (10,7km) war so lala und hat gezeigt, dass ich nochmal Berge üben muss; Wurzen-Grimma (Halbmarathon): falsche Taktik / falscher Ehrgeiz -> bereits nach 5km abreißen lassen (müssen); 3 Tage später Glockenturmlauf (12km) ging schon deutlich besser (im Bewusstsein, nach diesen 22km inkl. Hin/Rück gleich >30km am Folgetag laufen zu wollen); gestern Hermannslauf (31km): etwas forsch angegangen aber sonst alles nach Plan und gut gefühlt (inkl. 8min Verbesserung vs. 2010).

Hermannslauf ist auch gleich ein gutes Stichwort: nachdem ich letztes Jahr gute Erfahrungen damit gemacht hatte, vor dem Rennsteig auch mal einen >30-Lauf im profilierten Gelände zu machen, stand schnell fest, dies auch in diesem Jahr so zu machen. Also wieder frühzeitig angemeldet denn die 7000 Startplätze sind immer schnell vergriffen. Hatte ich im letzten Jahr vor dem Hermann bereits 6 Läufe von mind. 30km absolviert, war es diesmal gerade mal ein einziger (und der exakt 30km…). Naja, mit Thomas wurde eine Marschroute ausgekaspert und wir einigten uns auf 2:50 als Zielzeit, also locker gelaufener anspruchsvoller Lauf. Freitag mit Kind & Kegel und Sack & Pack nach Detmold gereist, Samstag noch schön den Wanst (Ranzen) auf der Kirmes und beim abendlichen Grillen vollgeschlagen: beste Voraussetzungen (macht man beim rennsteig schließlich auch so). Sonntagmorgen dann zeitig nach Bielefeld gefahren (Ja, wir haben es gefunden!), Startunterlagen abgeholt und wieder zurück zum Start zum Hermannsdenkmal. Dort hieß es wieder: Zeit totschlagen. Schnell noch Werbung für Run4Japan (1km = 1€) aufm Shirt festmachen, dann warmlaufen usw.. Diesmal Startblock B, also nur 5min später als die Local Heroes. Dann gings los: Gedränge, Gestolper, Geschubse auf den ersten Metern bis Kilometern bedeuten konzentriertes Laufen (erstmal bergab und gerade). Dann erster Anstieg: hier verliere ich kurz den Kontakt zu Thomas, laufe aber wieder auf. Weiter geht’s; bei km 8,5 kommt man zur Panzerstraße -> Spalier von Menschenmassen, wir sind unterwegs Richtung 2:40 (ich sollte partiell Recht behalten); dieses Jahr ist es deutlich kühler (und somit angenehmer zu laufen), aber die Sandpiste lässt den Staub aufwirbeln. Bei den ersten Treppen bergauf verliere ich Thomas erneut, hole ihn aber wieder ein, als er bei km 14 hinter dem Busch hockt… Vor Oerlinghausen (18) geht’s auf Kopfsteinpflaster steil runter (man ist das unangenehm für mein Knie!), im Ort Volkfeststimmung; dann holt mich auch Thomas wieder ein. Bei Kilometer 19 (Treppen hinterm Schopketal) lasse ich ihn ziehen, sehe ihn aber noch die nächsten 2-3 Kilometer, aber er nimmt mir ab hier 30sec pro Kilometer ab. Ich nehme etwas raus um mich nicht zu verheizen, soll ja ein Trainingslauf bleiben! Die Lämershagener Treppen sind wieder der Hammer, allgemein ist der Abschnitt 19-24km der härteste Teil. An der Teilung „Hermänner“ (Treppen) oder „Weicheier“ wähle ich wieder die Hardcorevariante (obwohl man da Zeit verliert). Kleiner Tiefpunkt ab jetzt, es ist wieder schwer, aber Training soll ja bekanntlich wehtun. Ab Kilometer 27 geht es nur noch gerade oder bergab. Ich laufe eher gemütlich als dass ich nochmal beschleunige. Diesmal ohne jegliche Rippenprobleme (siehe 2010). Auf den letzten 2 Kilometern wieder Tour-de-France-Feeling mit engem Zuschauerspalier. Nach 2:46:20 bin ich im Ziel. Kurze Erholung, alles hat gepasst: Rennsteig kann kommen, oder? Bis dahin noch 3 x >30km und am 21.5. nicht zu viel wollen, dann klappts auch mit dem schönsten Ziel der Welt ;-)
Ach ja, Thomas kam nach 2:40:00 ins Ziel (ich sollte mal Lotto spielen). Gewonnen hat Ezekiel Jafari Ngimba aus Tansania in 1:40 (neuer Streckenrekord) obwohl er sich bei Kilometer 1 erstmal die Schuhe zubinden musste...

Hier noch ein paar Impressionen (die kleinen Bilder stammen von nw-news.de)

Warten vor dem Start:

vor dem Start / die Leipziger Hermänner:

in Oerlinghausen (ca. km 18.5):

Lämershagener Treppen (22km):

kurz vor dem Ziel (31km):

im Ziel (das Fahrzeug brauchte ich aber nicht...):

im Ziel / mein Werkzeug (BROOKS Adrenalin GTS 11):

Montag, 7. März 2011

Einhundertster Wettkampf

Ein Jubiläum stand an: mein 100.er Wettkampf! Und dafür sollte man sich doch was Besonderes aussuchen, oder? Da mir das aber erst vor etwa 14 Tagen auffiel, war es Zufall, dass es wirklich was Besonderes wurde: der 1.Untertagehalbmarathon Sondershausen. Für den hatte ich mich aber bereits im Herbst letzten Jahres angemeldet und keinerlei Gedanken an die Wettkampfanzahl verschwendet. Naja, also habe ich was Besonderes draus gemacht ;-)
In der Veranstaltungsinfo steht ja was von "psychisch und physisch topfit" und man sollte das auch wirklich sein, wie ich selbst zu spüren bekam.
Bei herrlichstem Sonnenaufgang fuhr ich Samstagmorgen in Richtung Sondershausen, wo im Erlebnisbergwerk Brügman-Schacht diese Veranstaltung stattfinden sollte. 8:30 Uhr war ich bereits vor Ort und holte meine Startunterlagen ab: da musste ich schon etwas Schmunzeln: Startnummer 100 hatte man an mich vergeben - Zufälle gibts...
Danach gings ab in die Kaue zum Umziehen und kurz darauf zum Schacht um per Seilfahrt nach -700m zu gelangen.
Förderturm:

Oben waren -4°C, hier unten am Schacht noch +5°C durch die einziehenden Wetter, aber bereits hinter der ersten Ecke wurde es recht warm.
vor dem Start:

Da recht zügig alle 158 Teilnehmer untertage waren, wurde der Start auf 10:10 Uhr vorgezogen. Zuvor noch ein paar Gespräche mit erfahrenen Untertagemarathonteilnehmern, die mich gleich mal wegen dem Streckenprofil warnten... zu Recht!!!
Die Bergmannskappele spielte das Steigerlied. Zünftig!
a scheens Musi:

Dann noch Holger von den "Bernburger Bären" getroffen, den ich sonst von meiner Arbeit untertage her kenne. Stichpunkt Arbeit: da ich ja häufg in dieversen Salzbergwerken Deutschlands arbeite, war mir das Ganze nicht neu und auch nicht überraschend. Ich wusste wie anstrengend hier unten jegliche körperliche Arbeit ist. Die Wärme (in einigen Ecken war es 30°C), die geringe Luftfeuchte (<25%)
Strecke:

Dazu muss man höllisch aufpassen denn die Strecke ist häufig sauglatt! Auf der festgefahrenen Piste liegt dann teils loses Salz und man muss vor allem bergab und in den Kurven konzentriert laufen. Unterstützung dabei bekam ich von meinen Brooks Ravenna 2 (passenderweise mit dna-Technologie), die ich für heute gewählt hatte - freundlicherweise von BROOKS zur Verfügung gestellt bekommen, für deren Produktpalette ich jetzt Testläufer bin (Bericht folgt). Bereits nach 10min musste ich mal in die Büsche (oder besser gesagt ins Salz...) - das musste ich in 99 Wettkämpfen zuvor nie... werde halt älter...
Nach genau 29min passierte ich den Start-Zielbereich zum ersten Mal: Häähhh!?!?!? 29min für 5,27km? So langsam hat sich das doch garnicht angefühlt und gebummelt habe ich auch nicht gerade! Man verliert jegliches Gefühl für die Geschwindigkeit, strengt sich an jedem Berg an, versucht bergab schneller zu werden und dann das! Als ich das Profil hinterher gesehen habe, fiel mir auf, dass selbst die gefühlte Geradeauspassage leicht bergan ging: das hätte ich nicht gedacht. Naja, schnell was trinken und weiter. Trinken ist enorm wichtig, sonst haut es einen hier aus den Latschen. Man schwitzt wie ein Tier aber die Haut ist staubtrocken, nur die Klamotten sind klatschnass... Ok, von Zeiten verabschiede ich mich dann mal! Anfangs hatte ich gar keinen Plan, was am Ende rauskommen könnte. 1:45? 2:00? Ne, auch 2 Stunden wird wohl nix werden, vor allem weil ich wusste, das hier kaum einer alle Anstiege komplett durchläuft...
Weiter gehts und rein in die fast 19% Steigung. Mal kurz zurück um einen Chip mitzunehmen den ein anderer Läufer verloren hat. Nach weiteren 2,5 km wieder trinken. Weiter ins Dunkel. Vor und hinter mir sind immer wieder die gleichen Läufer. Mal holt man sie am Anstieg ein und läuft vorbei, mal laufen sie bergab wieder ran. 2.Runde (ohne Pinkelpause aber Fremdchipabgabe) nach exakt 1 Stunde vorbei. Ok, noch 2x das Ganze. Runde 3 unspektakulär. Obwohl, kurz vorm Ziel werde ich vom Sieger überholt (er gewinnt in 1:29:xx obwohl er normal fast 20min schneller läuft....). 1:33:xx sind bereits vergangen (ich glaube, auf der Strasse könnte ich da langsam in Zielnähe sein). Dann ein letztes Mal die Steigung angehen. Bereits seit der 2.Runde sehe ich hier weder vor noch hinter mir irgendjemanden rennen... Der Berg ist jetzt noch steiler und vor allem viel länger! Dann überrunde auch ich mal ;-) Selbst die Bergabstücke strengen jetzt mächtig an.
Profil:

Mein Knie muckert etwas, aber überraschenderweise habe ich meine muskulären Probleme der letzten Woche in der Wade rausgelaufen. Ein letztes mal durch den ar***kalten Bereich am Schacht und rein ins Ziel: 2:07:39 - ich musste lachen über diese Zeit (schließlich war ich vor einem Jahr auf 21km schon 40min schneller!). Andererseits wird es gleich wieder relativiert, denn mit einer 1:45 wäre man Gesamt-10.er geworden. Dann die Enttäuschung: Platz 4 in der AK M35 Arrrggggh! 3min habe ich zuviel auf der Uhr, sonst hätte es mal mit einem Podiumsplatz geklappt und das wäre bei meinem 100.en etwas Besonderes gewesen. Naja, was solls. Einen kleinen Salzbrocken-Pokal bekommen alle Finisher ;-)
"Pokal" ;-)

Danach bin ich schnell raus, weil es mir doch arg kalt wurde. (Ergebnisse)
Tja, so war er: der 100.
Fertsch:

Ach ja, meinen ersten WK bin ich im Sept. 2002 gelaufen - hochgerechnet auf Halbmarathon in 2:07:38 - Zufälle gibts...

Montag, 31. Januar 2011

Einstieg 2011

Wie im letzten Blogeintrag beschrieben, stand ja nun eine Diagnose bezüglich meiner Knieprobleme fest ebenso wie die Behandlung selbiger. Unabhängig von leichten Schmerzen und 12-maliger Physiotherapie (manuelle Therapie, Ultraschall, Tiefenkälteeinsatz) sollte ich weiterhin Laufen. Also wurde eine Art Trainingsplan gestrickt welcher aber eher ein grober Anhaltspunkt sein sollte damit ich dem Schweinehund immer was schwarz auf weiss präsentieren kann...

Die läuferische Form des letzten Frühjahrs war mittlerweile völlig hinüber und auch in Sachen körperlich Form (oder Unform) hatte ich einen Schritt zurück gemacht (oder sogar viele? in etwa in Dimensionen wie letztmalig 1997...). Gleiches galt für meine Lauf-"Leistungen". Beim Silvesterlauf am Auensee war ich über 10km so schlecht wie seit mehr als 3 Jahren nicht mehr... obwohl ich mich angestrengt habe ;-)
Das Jahr 2011 wurde traditionell sportlich - beim Neujahrslauf - eingeläutet. Nachdem der - für Leipziger Verhältnisse - gigantische Wintereinbruch vorbei war, führte die Tauphase zu Hochwasser und Kopfzerbrechen beim Team-Wintermarathon. Hier war ich zumindest als Helfer und Streckenposten dabei und konnte zudem mit einigen bekannten Gesichtern mal quatschen. Ein superschöne Veranstaltung war es wieder wie uns zahlreiche Mails und Rückantworten der Teilnehmer bescheinigten.
Ich versuchte mich mal wieder an mehreren Läufen um die 20km was besonders spät abends nicht immer soviel Spass macht. Aber mit Steffen und Hugo findet man selbst für solch wenig motivierenden Startzeiten Mitläufer.

Naja, das Knie hält, auch wenn noch nicht alles vorbei ist...

Letzten Samstag dann mal ein 10km-Wettkampf als Test, ob sich in Sachen Laufform was tut. Und siehe an: genau 4min schneller auf gleicher Strecke als vor 4 Wochen... So kann es weitergehen ;-) Schön war dabei auch, dass Christoph nicht nur 5 Runden gezogen hat sondern auch nach dem Lauf die 10km nicht ganz unflott mit Richtung Heimat lief.

Zwischenzeitlich habe ich mich - nach 21-jähriger Abstinenz - mal wieder auf Langlaufski gestellt und eine schöne 4-stündige Tour im herrlich verschneiten Osterzgebirge (Kahleberg) gemacht. Sollte man öfter tun!

Dienstag, 14. Dezember 2010

Jumpers Knee

...heisst die Diagnose die ich letzte Woche erhalten habe. Mein rechtes - seit längerem zwickendes - Knie wurde letzte Woche vom Gelenkspezi am Johannisplatz untersucht: Naja, der Knorpel ist an einer Stelle etwas ausgedünnt... und die Patellasehne ist entzündet: Patellaspitzensyndrom -> auch "Jumpers Knee" genannt und tritt häufig bei Hochspringern und Volleyballern auf: beides Sportarten die ich nicht beherrsche ;-) Vielleicht liegts aber auch an meinem grazielen Laufstil: tänzelnd, hüpfend wie eine junge Gazelle: unbeschwert und energiegeladen... Ursache des Ganzen: Überlastung! Häh? Soll ich etwa noch weniger Rennen? Obwohl, Überlastung kommt wohl von LAST und das trifft es vielleicht ganz gut...

Naja, im Gegensatz zur Frühjahrssaison lief die Herbstsaison dann gar nicht mehr: einige Wochen ohne jeglichen Laufschritt, dann mal ein oder zweimal pro Woche 10-12km, mehr erstmal nicht drin. Trotzdem beim Auewaldlauf gestartet und mich 19km geschunden (der erste war ja voll ok). Thomas stand mir bei und so wurde es trotzdem ganz lustig, aber auch mehr als 10min langsamer als im letzten Jahr.

die eXa-Truppe vor dem Start:

da hat es noch Spass gemacht (mit Thomas)
Danke an Michaela für die Bilder; mehr gibts hier: LINK

Dann kam schon der Winter: die weisse Pracht liegt schon zu hauf hier rum und erfordert beim Laufen höchste Konzentration. Ausserdem ist Schnee (vor allem im zerlatschten und dann wieder gefrorenen oder im matschartigen Zustand) der absolute Hass für das eh schon geschundene Knie...

Wie immer vor Weihnachten: Adventslauf in Eula. Auch hier war ich traditionell wieder dabei: aber auch 8,8km können im untrainierten Zustand recht anstrengend sein. 4min langsamer als letztes Jahr; wobei, ein paar Sekündchen sind wohl auch der Streckenbeschaffenheit geschuldet. Positiv: ein 8km-Duell konnte ich 800m vor dem Ziel zu meinen Gunsten entscheiden: mein windschattenschnorrender Konkurrent konnte letztlich doch nicht dranbleiben und musste in Zielsichtnähe abreissen lassen: Zielsprint von mir oder Schwäche von ihm? Egal! Meine Kids waen erstmals beim Wettkampf aktiv dabei: Bambinilauf mit dem Weihnachtsmann: die LG eXa Juniorentruppe trainiert fleißig ;-)

der Start (#51):

Zielverpflegung für die Bambinis (Luise und Johannes):

Luise mit Cheforganisator Gerald:
Danke an Torsten für die Bilder; mehr gibts hier: LINK


Heute Abend gehts mit Physiotherapie los, mal schauen, ob das was bringt. Ich bin optimistisch! Rennen soll ich weiterhin. Auf medikamentöse Experimente wurde verzichtet.

Das neue Jahr ist schon wieder verplant; zumindest das Frühjahr. Dabei ist der Rennsteigmarathon wieder der Saisonhöhepunkt. Zudem wieder diverse andere Wettkämpfe. 10er, HM und Hermannslauf sowie ein Schmankerl (mehr wir noch nicht verraten). Theoretisch steht bereits der Trainingsplan ab 1.1.2011 fest, aber wie gesagt: alles knie- bzw. heilungsabhängig.

Also: erstmal verletzungsfrei, fit und einigermaßen grundlagenausdauernd über den Winter kommen und dabei die Last (die sich nach dem Frühjahr angesammelt hatte) wieder loswerden.

Sport frei!

Dienstag, 7. September 2010

Auslandseinsatz

Im Frühjahr fiel die Entscheidung, aus familiären Gründen im September mal für einen Kurztrip nach Norwegen zu fliegen. Und wie es der Zufall so wollte, fand genau an diesem Wochenende ein Lauf statt - eigentlich sogar zahlreiche Läufe an mehreren Tagen. Eigenlich spricht derzeit alles GEGEN Wettkämpfe - die sportliche Form, die Form des Körpers, das rechte Knie, die letzten Trainingseinheiten, Intervallversuche. Was spricht dafür? Ist man schon mal hier, kann man ja mal mitlaufen, auch wenn es gararntiert kein Lauf wie bei Ronald wird, der seine Siege immer als Trainingsläufe deklariert ;-)
Am Samstag hielten wir kurz mal an der Nordhordalandshalle in Knarvik an, um die Startunterlagen zu holen, bevor es weiter in Richtung Berge und Fjorde ging, wo Beeren und Pilze und natürlich eine fantastische Landschaft bei (norwegenuntypsichem herrlichsten Sonnenschein) auf uns warteten.
Ursprünglich wollte ich mal HM und 10er Laufen (zur Erlangung des Titels "Fjordkönig), später nur HM, dann nur 10er und letztlich traute ich meinem Knie nur 5km zu (ebson wie meinem Bruder, der vor 14 Monaten den letzten Laufschritt gemacht hatte...).
Die Veranstaltung "Knarvikmila" ist ein supertoller und bestens organisierter Lauf. Kein Wald- und Wiesenlauf, sondern eine Veranstaltung, die kanpp 8000 Teilnehmer (auf alle Strecken verteilt) und verhältnissmäßig viele Zuschauer anlockt. zudem tummeln sich hier immer wieder Norwegens Wintersportler (Björndalen, Hjelmeset, Vik) sowie nationale Laufelite (Kirsten Otterbu) aber auch dunkelhäutige Nichtnorweger. Ein solcher gewann übrigens den Halbmarathon Samstagabend in 1:03:xx und Sonntag dann gleich noch den 10er in 29:xx (mehr muss man nich sagen...).
Ich hatte mit regnerischem Wetter und kühlen Temperaturen gerechnet und nur das flauschige Langarmshirt eingepackt - welch fataler Fehler mit weitreichenden Folgen...
Vor Ort war viel los und dasGanze hatte Volksfestcharakter (allgemeines "Oppvarming" bei dem alle mitmachen, Blasmusik, Rockmusik, Lunchpaket vor dem Lauf, schubkarrenweise Obst).
13Uhr gings los: weit nach vorn gestellt sichert gute Ausgangsposition ;-)
+++ erster Kilometer leicht bergab, etwas beran und wieder leicht bergab: 3:46min/km (doof, oder?) +++ dann Wendemarke und alles wieder rauf: 4:15 passt schon eher +++ man ist das profiliert hier +++ ich schwitze tierisch, mir ist brülleheiss in meinem "Pelzoberteil" +++ ich bin nicht in Form +++ mein Bruder läuft etwas trampelnd und keuchend von hinten heran und ich denke: der klingt ja noch schlechter +++ ich kann ihm nicht folgen +++ ich bin wirklich nicht in Form: 4:40 beim 4.km (mit "Bergen") +++ nochmal der Versuch, Gas zu geben und ab ins Ziel: indiskutable 21:37 stehen auf der Uhr (und im Protokoll): 1:30 langsamer als im Frühjahr (und dort sogar als 10er Durchgangszeit) +++ TopTen-Platzierung (aber bloss in der AK "Menn 34-39"
Bei der Tombola danach leider wieder nichts gewonnen (der Citroen C1 wäre mir eh zu klein gewesen...)
Fazit: irgendwie hat es trotzdem Spass gemacht; die LG eXa taucht jetzt in norwegischen Ergebnislisten auf; ich war ja primär aus anderen Gründen hier; dieses Jahr wahrscheinlich keine Wettkämpfe mehr!

Übrigens: folgende Verpflegungsstation habe ich nicht gesehen: LINK (wäre aber vielleicht was für den Rennsteiglauf, oder?)

Hier noch einige Impressionen von der Knarvikmila 2010 (alle Bilder anklickbar):

hier fand das Ganze statt

darum ging es:

Vorbereitungen:

im Hintergrund: Marathonurnen?

das muss man hin:

zwei machen es vor:

und alle anderen nach:

für die, die härtere Musik mögen (yeaah): "Golden Boy":

er lief dann auch noch den 10er und 5er (und kam vor mir an...):

Verpflegung davor:

Verpflegung unterwegs:

Verpflegung danach:

die liefen dann doch nicht mit:

bloss nicht von der Strecke abkommen:

Knarvikmila für Ultras:

dna davor:

dna und dna's bro davor:

dna während (naja fast):

dna nach 500m:

dna nach 2000m:

dna nach 4995m:

dna nach 5000m:

die AK-Sieger:

1.Preis bei der Tombola (das Auto unten meine ich):

Montag, 9. August 2010

PW statt PB

diesmal gibts wieder ein Highlight zu vermelden; obwohl eigentlich eher das Gegenteil gemeint ist:
statt PERSONAL BEST heisst es daher auch PERSONAL WORST ;-)
Der Reihe nach: nach dem Frühjahrshighlight mit den 43,5km-Rennsteiglauf sowie eine - für mich - tollen Halbmarathonbestzeit von 1:28 in Grimma stellte sich irgendwie ein Sättigungsgefühl ein - zumindest mental. Was ist das nächste Ziel? fragte ich mich. Klaro, es geht ja noch um den "sub40min-auf-10km"-Wetteinsatz. Also machte ich weniger Umfang sondern eher paar schnellere Einheiten. Die kurzen Intervalle machten Spass und auch ein Plan war schnell gefunden. Aber dann gings los: Hitzewelle -> und Hitze mag ich ja gar nicht -> alles wird noch anstrengender usw.; dann viele Termine und andere Verpflichtungen; dann Urlaub mit den Kindern; dann eine Erkältung; dann wieder OP und Laufverbot und ruckzuck wiegt man 3kg mehr und TATAAA!:
sagundschreibe 5 (!) Laufeinheiten in den letzten 5 (!) Wochen mit insgesamt 50 (!)km .... OHNE WORTE...
Und dann wenn ich doch Laufen war, habe ich mir es erlaubt, mich sogar mal nach 12-13km auf 'ne Bank zu setzen....
Nun denn, es muss ja weitergehen: also doch wieder Motivation getankt, große Vorhaben in Sachen Bestzeiten usw. erstmal an den Rand gestellt und mal sehen, wie rund es denn die nächsten Wochen läuft (zB. beim Auewaldmannschaftslauf). Vielleicht im Spätherbst noch ein flotter 10er (-Versuch) oder ein machbarer Halbmarathon (gibts noch Leute, die auf 1:35 gezogen werden wollen?).
Also: VORWÄRTS ;-) (es sei denn das Knie streikt...)