Freitag, 2. Mai 2008

Planerfüllung

Passend zum gestrigen 1.Mai heute mal ein paar Äußerungen meinerseits in Sachen Planerfüllung. Auch wenn es "nur" um 18 Wochen geht und nicht 5 Jahre.

Da ich ja - zumindest was die Lauferei angeht - derzeit pausiere, will ich mich mal zu den theoretischen Dingen auslassen und diesmal keine Zeiten, Kilometer, Geschwindigkeiten o.ä. niederschreiben. Es soll um meine Erfahrungen mit Carsten's Marathon-Trainingsplan "Zielzeit 3:30:00" und ein Fazit dazu gehen. Vorab - ich hätte ihn "Zielzeit 3:29:59" genannt, das ist noch motivierender... ;-)

Als erstes muß gesagt werden, es ist kein Plan für Marathoneinsteiger, da er auf gewissen Vorleistungen und einem recht ordentlichen Trainingsstand aufbaut, der zur Zeit des Einstieges vorhanden sein sollte. Als ich in den Plan eingestiegen bin, traf das - mehr oder weniger - auf mich zu. Allerdings hatte ich Bedenken, dass gleich in der ersten Woche ein 28er Lauf anstand und das meine letzten längeren Läufe gleich um 50% übertraf. Doch es funktionierte und ich kam ganz gut damit zurecht.
Überhaupt muß ich sagen, dass der Plan - anders als so einiges, was man im www so findet - viele längere/lange Läufe vorsieht und das ist gut so. Auch wenn die schwer fallen. Ob der Vorbereitungsmarathon in Woche 5 sinnvoll ist, sei dahingestellt; mir wär's zuviel ;-)

Kritisch anmerken möchte ich die fehlende Steigerung bzw. den Einfluss der Entwicklung und Möglichkeiten des Läufers. Bereits nach 4 Wochen bleiben die Zeitvorgaben für extensive, regenerative, schnelle Einheiten usw. auf einem Niveau stehen. Klar kann man immer schneller laufen als es im Plan steht (oder versuchen), aber eine Vorgabenänderung wäre für mich motivierender bzw. anspornender gewesen. Eine weitere Steigerung nach evtl. 8 Wochen - als Anpassung an den hoffentlich vorhandenen Trainingsfortschritt - halte ich für sinnvoll.
Weiterhin finde ich die Intervallzeiten etwas zu lasch. Ein paar Sekunden flotter (als Vorgabe) wären gut. Gleiches trifft auf die Zielzeiten der 10er Wettkämpfe zu. Auch wenn man nicht dauernd auf Anschlag laufen sollte, sind die geforderten Zeiten zu langsam. Wie gesagt, variieren kann ja jeder wie er will, aber einige Modifikationen im Plan werde ich bereits im Vorfeld der nächsten Vorbereitungsphase machen. Eine etwas schwieriger zu erreichende Vorgabe für einen Wettkampf fordert mich mehr und spornt mich mehr an als eine Zeit, die man doch recht locker erreichen kann.

Unabhängig davon kann ich sagen, dass ich - wie ich auch gehofft habe - sowohl 'ne neue 10er als auch 'ne neue HM-Bestzeit gelaufen bin. Dafür dass die Zeiten so nebenbei abfallen und das durch einen Plan, der ein völlig anderes Ziel hat, bin ich mit den Zeiten auch zufrieden. Besonders mit der Halbmarathonzeit von 1:36:48. Macht immerhin eine Steigerung von 10min in einem Jahr! Auch wenn das keine Spitzenzeit ist (eine namentlich mir bekannte Person sagte mal, das sei weder schnell noch langsam), vor einem Jahr waren das für mich noch unvorstellbare Dimensionen. Mit darauf ausgerichtetem Training ist auch hier noch mehr rauszuholen. Gleiches gilt für die 10er Zeit von 44:01 mit der man nun nicht gerade prahlen kann, aber wie gesagt, eher nebenher erlaufen. Dieses Jahr soll's noch Richtung 42min gehen.

Anders als es Carsten als Anmerkung im Plan erwähnt/erwartet/befürchtet, bin ich verletzungsfrei geblieben. Ich hoffe, kein Zeichen dafür, dass ich zu lasch trainiert habe... Anders siehts bei Erkrankungen aus. Wer sagt, man sei durch Sport weniger anfällig gegen Erkältungen, der soll doch mal mehrfach 3 Stunden bei Kälte trainieren und mit durchgeschwitzten Klamotten rumrennen. Auch wenn der Winter dieses Jahr weniger kalt war - oder vielleicht gerade deshalb - mich hat's 3x richtig erwischt. Das führte auch dazu, dass ich nach 12 Wochen, die ich mich streng an die Vorgaben des Planes gehalten habe, 3 Wochen hatte, die keinen oder kaum Trainingseffekt hatten. Dadurch kam ich am Ende auch nicht auf die ca. 1230 Gesamtkilometer des Planes sondern auf reichlich 1000. Vielleicht hätte ein längere Pause mehr Erfolg gebracht; keine Ahnung.

Wie man ja nun weiß, kann ich nicht damit protzen, dank des Planes auch das Ziel sub3:30:00 erreicht zu haben, aber ich war auf sehr gutem Weg dahin und die Form dafür war wohl da. Mit einigen Modifikationen und Hinweisen meiner Laufkollegen werde ich den Plan erneut angehen! Zu mehr lasse ich mich derzeit nicht hinreissen oder verleiten, da ich erstmal ein Ziel erreichen will, bevor ich das nächste stecke! Ach ja, WANN? ...keine Ahnung. HERBST? ...gut möglich. FRANKFURT? ...wohl eher nicht (auch wenn ich dort noch 'ne Rechnung offen habe!). Vielleicht wieder 3-Länder-Marathon am BODENSEE (damals meine Marathon-Debüt-Strecke). Aber auch DRESDEN läuft sich gut ;-)

Fazit: Ich halte den Plan für durchaus durchdacht und besonders in hinblick auf die langen Läufe als deutlich besser als so manch anderer Plan! Er führt meiner Meinung nach auch zum Erfolg, sprich sub3:30:00; allerdings halte ich auch kleine Änderungen für notwendig.

Letztendlich muß jeder für sich selbst wissen, wie er läuft. Ob nach Plan oder "gut Dünken", aber ich persönlich brauche schwarz auf weiß genau diese Vorgaben und Richtlinien sonst wird das nix ;-)

So, ich hoffe ich kriege jetzt keinen Rüffel von Carsten ....

Kommentare:

Frank Hercher hat gesagt…

Es wäre schon schön, wenn du Frankfurt doch noch irgendwie möglich machen könntest :-)!!!
So unterschiedlich können die Ansichten sein. Ich erreichte die Vorgaben für die extensiven Einheiten erst am Ende der Vorbereitung und die Intervalle schaffte ich gerade so :-(... und trotzdem hat es gut geklappt. Ja, die 10km Wettkampfzeiten könnten optimistischer ausfallen. Aber so hat man wenigstens das Gefühl, gut im Plan zu sein ;-)! Alles im allen vertraue ich auf cp's Kompentenz und wie man sieht nicht zu unrecht :-)!

Sachsenwilli hat gesagt…

Kein Plan, der nicht "personifiziert" ist, geht wirklich auf den Läufer als Individuum ein. Aber das muss ich Dir ja sicher nicht sagen, also lass ich das ganz einfach weg......;-)))