Sonntag, 9. Mai 2010

Endlich!

Für dieses Posting fallen mir eigentlich gleich mehrere Überschriften ein:
"Danke Waldemar!" oder "Das schönste Ziel der Welt" oder wie bei Ronald "Es ist vorbei..." oder "Die Rippe hat gehalten" oder "Ich geh aufs Ganze" oder oder oder... Aber der Reihe nach.

Nach 6x Halbmarathon auf dem Rennsteig hatte ich letzten Sommer den Entschluss gefasst, im Frühjahr wird der Marathon dort gelaufen und so meldete ich mich bereits im Oktober an. Zum Jahreswechsel wurden wieder Pläne (3:15 nach cp und 3:18 nach MarathonAustria) rausgesucht, mit denen ich mich die folgenden 18 Wochen beschäftigen wollte. Diese sollten aber nur grobe Anhaltspunkte werden, da a) die Zeit eh uninteressant und für den Rennsteig unmachbar war und b) ich gar nicht so viel Zeit habe, wie in den Plänen steht: min. 5 Einheiten pro Woche. Das habe ich nur einmal hinbekommen. Bei mir waren es im Schnitt 3,5 Einheiten pro Woche: seit Anfang Januar 64x Laufen und 1108km: macht also durchschnittlich reichlich 17km pro Woche. Die Vorbereitungen liefen nicht perfekt, ein paar mehr >33km-Läufe hätten es sein können, aber trotz recht strengem Winter habe ich die meisten der langen Läufe immer Donnerstag nach der Arbeit abgespult, was nicht immer Spass gemacht hat. Auch ohne Tempotraining zahlte sich das Ganze aus und so erlief ich neue Bestzeiten über 10km und Halbmarathon so fast nebenbei, wobei ich besonders auf die 1:28 beim HM doch recht stolz bin.
Der Hermannslauf als finaler Vorbereitungslauf vor dem Rennsteig war eine tole Sache, aber bei mir bewirkte er auch Skepsis, denn einerseits hatte er es ganz schön in sich, forderte mich doch mehr als erwartet und vor allem ereilte mich wieder das Problem mit meinem Rippenbogen, welches mich 2008 zum Ausstieg beim Leipzigmarathon bei km33 zwang; ein Déjà-vu!? Auch die letzten 3 Trainingseinheiten vor dem Marathon waren geprägt von diesen Problemen und die ersten 2-3km waren jedes mal von Rippenschmerzen geprägt und so stand ich ehrlich gesagt kurz davor, den Rennsteig 2 Tage zuvor für mich zu canceln, denn die Signale meines Körpers will ich nicht ignorieren. Aber irgendwie sollten die letzten Wochen auch nicht ganz umsonst sein. Andererseits kann man eben nicht einfach bei km25 mal in die Straßenbahn steigen...

Egal, Freitag mit gepackten Taschen los und nach 1h Stau und 25 Extrakilometern wegen Sperrungen kurz vor 20Uhr in Neuhaus bei Nebel und 4°C angekommen und alles abgeholt. Hier traf ich noch Waldemar Cierpinski und mit dessen Segen (bzw. Autogramm auf der Startnummer) konte ja eigentlich nix schiefgehen. In der Gutsmuthshalle machte der "Hans" schon Stimmung wie beim Oberhofer Bauernmarkt. Nur die Kameras des MDR vermisste ich. Aber schön warm war es - im Gegensatz zum Kofferraum meines Astra Caravan, welcher traditionell die Herberge in der Nacht vorm Rennsteiglauf war. Aber super ausgeschlafen konnte man ab 6 Uhr in der Halle schön frühstücken und sich aufwärmen. Dann umgezogen, Kleiderbeutel abgeben und bei etwas Sonnensschein ging es 9Uhr bei 6°C los. Wetter wie ich es liebe. Über den Fahrplan des Laufes war ich mir nicht im Klaren und so diskutierten wir letzte Woche noch und die Laufkollegen empfohlen einen 5er Schnitt. Zum Glück geht es anfangs erstmal bergauf und die Euphorie wird etwas gebremst. Da ich aber gleich aus der 5. Startreihe loslief, ging es auch flott los...

Nach einer 5:11 folgten 4:37, 4:40, 4:47, 4:28, 4:18, 4:40, 4:43 und dann zum Glück ein Berg, der mich einbremste. Bei km 4,5 überholte mich plötzlich jemand im eXa-Vereinsshirt... Häh? Hat doch gar keiner gemeldet... Es war Dirk, der nachgemeldet hatte und wie immer von hinten startete und jetzt das Feld aufrollte (und am Ende in 3:10 finishte!). Kurzer Plausch, weg war er. Dann folgten wieder mehrere Kilometer deutlich unter 5er Schnitt. Zumindest bis zum Anstieg Masserberg. Meine Zeitentabelle (die ich sogar in der Hosentasche inklusive Streckenprofil mit hatte...) hatte ich völlig über den Haufen geworfen und befürchte, heute völlig krachen zu gehen. Und auch wegen meinem Rippenbogen hatte ich große Bedenken. Am Masserberg lag noch etwas Schnee an den Rändern und im Wald. Aber es lief sich super und obwohl sich keine Gruppe bildete, lief ich immer wieder mal paar Meter vor oder hinter den gleichen Läufern, die auch im Ziel kurz vor oder hinter mir waren. Die Kilometer flogen nur so dahin und so überquerte ich die HM-Zwischenzeitenmatte bereits bei 1:42:37, das war 1min langsamer als beim letztjährigen Rennsteig-HM und 1min schneller als beim Leipzigmarathon(-versuch) 2008. Hoffentlich rächt sich das nicht, anderseits hat sich in letzter Zeit gezeigt, dass optimistisches Angehen sich auszahlen kann und ausserdem stand auf meiner Startnummer "Ich geh aufs Ganze!". Aber irgendwie lief es halt auch gut und die Läufer um mich herum erschienen mir nicht um Kategorien schneller als ich. Ab der HM-Marke wurde das Profil deutlich welliger. Besonders beeindruckend und berühmt-berüchtigt ist der "Hohlweg": eher eine Rinne als Weg mit zahlreichen Wurzel und viel losem Schotter und großen Steinen und das Ganze recht steil bergab. Zum Glück staute es sich nicht davor, aber man musste höllisch aufpassen und konnte weder überholen noch überholt werden. Ein richtig fetziges Stück Rennsteig!!! Danach wieder mal ein knackiger Anstieg und da ich super in der Zeit lag, musste ich nicht drücken, sondern konnte kräfteschonend hochtippeln. Bei km30 bin ich exakt nach 2:30:xx durch.

Dann wieder ein heftiger Anstieg etwa bei km31. Jetzt ging ich wie viele hier ein paar Schritte: auf die 1-2 Minuten kam es mir heute nicht an, denn sollte nichts Schlimmes mehr passieren, sollte ich die 4 Stunden eigentlich packen, die das Minimalziel waren, den alles andere war Bonus, denn Spass sollte es machen! Kaum war ich wieder angelaufen merkte ich deutliche Anzeichen eines Krampfes im rechten Oberschenkel! So was hatte ich noch nie und Anhalten und Dehnen wollte ich auch nicht, also erstmal weiter und versuchen, es wieder "rauszulaufen" und tatsächlich, danach ging es wieder problemlos. Auf Salzsticks oder -tabletten hatte ich verzichtet (da noch nie probiert) und nur 2 Gels dabei, wobei ich das erste bei km28 und das zweite (aus eher mentalen Gründen) erst bei km35 nahm. Bei 33km wieder ein steiler Anstieg den ich mit ein paar großen Gehschritten überwand. Passenderweise schallte es hier aus großen Boxen "...nothing's gonna stop us now..." Ich wusste jetzt schon, dass heute wohl alles passt und ich konnte den Lauf weiterhin auch geniessen. Danach wieder welliges Profil und ein letzter steiler Anstieg und bei km39 hörte man schon den Stadionsprecher im Ziel in Schmiedefeld. Erste Gefühlsausbrüche übermannten mich und gleichzeitig stellte ich fest, dass ich gar kein Gefühl mehr in den Armen habe, komisch... Die letzten Meter im Wald und rauf auf die Straße, die runter ins Tal von Schmiedefeld führt. Dann kommt schon die Marathon-Zeitmatte, die ich bei 3:35:10 überquerte (hey, das ist sogar PB...). Unten im Tal wollte eigentlich Alex als persönlicher Antreiber und Fotograf warten und mich den finalen "Scharfrichterberg" hochjagen. Da ich aber doch viel früher als erwartet hier auftauchte, war da keiner... Viele Halbmarathonis säumten den Berg oder liefen bereits runter zu den Bussen. Diesen Berg wollte ich unbedingt rennend bezwingen und so ging es sogar recht "easy" wobei mir Matthias, der kurz vorm "Gipfel" stand bestätigte, dass "entspannt" wohl anders aussieht... Oben kommt ein bisschen TourDeFrance-Feeling auf, wenn man durch das Menschenspalier rennt! So, noch einmal um den Sportplatz. Jetzt merkte ich wieder deutlich meinen rechten Oberschenkel, doch egal, auch kein Zielsprint, sondern lieber die letzten Meter geniessen und nach
3:42:31
rannte ich durchs Ziel. Endlich! Medaille empfangen und erstmal am Gitter anlehnen. Nochmals Gefühlsausbrüche und dann erstmal ein paar Becher Tee eingeworfen... Nur nicht stehenbleiben oder gar setzen, das wusste ich noch von meinen letzten Marathons (man, das ist schon 6 Jahre her...). Also nochmals zum Berg gegangen und Bekannte Gesichter gesucht aber keines gefunden. Jetzt wurde es auch richtig kalt und somit ab zur Gepäckwiese und erstmal Alex anrufen, der jetzt an der Marathonmarke stand und versuchte den Mann von Mikatiming zu bestechen, ob ich durch bin oder nicht... Dann umziehen. Jetzt traf ich Ronald, der den SM in 6:04 finishte (Gesamt-20.) und eine bibbernde Manu (Gesamt-13. und AK-2. beim SM 7:06). Köstritzer reingeplumpt und der Versuch, eine Bratwurst zu essen - wie immer: geht nicht. Dirk nochmal getroffen, sowie endlich auch Alex und Susi sowie alte Läuferbekanntschaft aus der Heimat. Dann folgte der einzige Makel des Tages: Bustransfer nach Neuhaus (7€ und stehen müssen..., die HMler fahren umsonst...). Dort spuckte der Bus zu 90% nur staksende Zombies aus. Ich zählte diesmal nicht dazu: keine Probleme und auch heute ist das Treppensteigen fast kein Thema und selbst zum Fussballspiel im Clarapark reichte es heute schon! Also, alles richtig gemacht! Und auch für den Verein ein wirklich erfolgreicher Tag, denn neben den bereits erwähnten Resultaten erzielte Jörg einen fantastischen 4.Gesamtrang beim Supermarathon (5:32, das wäre Platz 2 letztes Jahr geworden) und Alex lief beim Halben seine angekündigte 1:30er Zeit.

Abschließend noch vielen herzlichen Dank an meine Familie, die oft und lang auf mich verzichten musste während ich durch den Auewald hirschte oder vereiste Cossi-Radwege schlitterte und ein fettes Dankeschön an meine Vereinskameraden, die mich bei vielen Läufen begleiteten, mich zu neuen Bestzeiten zogen und mir vor allem auch Mut zusprachen! DANKE!!!

Geschafft:
Ein paar statistische Sachen / Zahlen / Fakten folgen in den nächsten Tagen...

Montag, 26. April 2010

Hermann - Nachtrag

...ach ja: der Hermann...

Original:

Fake (vor dem Lauf):

Fake (nach dem Lauf):

@Thomas: ist doch ok, oder?

u.a. 39.Hermannslauf 2010

Die Form in den letzten Wochen entwickelte sich relativ gut, so dass ja eine neue Bestzeit über 10km und eine deutliche neue Bestzeit über die Halbmarathondistanz heraussprangen wobei besonders letztere einen mächtigen Motivationsschub gegeben hat. In der Woche nach
Wurzen-Grimma war ich im Raum Morsleben dienstlich unterwegs und nutzte dort nachmittags die Zeit, ein paar schöne Läufe in landschaftlich sehenswerter Gegend mit profilierten Strecken zu machen. Während eines 14km-Laufes traf ich einen einheimischen Läufer, den ich dann begleitete und mich somit nicht mit Orientierung beschäftigen musste. Einen Tag später wollte ich nochmals reichlich 30km laufen. Dafür hatte ich mir grob eine Strecke bzw. Kringel und Abzweige im Lappwald herausgesucht. Allerdings musste ich dann doch zahlreiche Stopps machen und mich erstmal neu per GPS orientieren und wieder neu planen. Am Ende wurden es 29km als ich wieder am Auto war. Sonntag dann 5000m-Bahnlauf: Leipziger Stadtmeisterschaft. Vorgenommen hatte ich mir sub20min und die traute ich mir auch zu, war ich doch beim AOK-Lauf (10km) in 20:07 an der 5km-Marke. Nach etwas chaotischer Startvorbereitung ging die Hatz los. Auf den Forerunner ist natürlich kein Verlass auf der Bahn und Rundenzeiten hatte ich zu spät erst richtig beachtet. Zudem fiel es mir doch schwerer als gedacht... 4 Runden vor Ultimo fehlten mir bereits 8sec und mir war klar, das wird heute nix. Am Ende musste ich ganz schön beissen um bei 20:11 ins Ziel zu kommen. Also 4:02er Schnitt und damit bin ich nicht unzufrieden (bei derzeit null Tempotraining). Montag spät abends dann genau 10km im locker 4:57er Schnitt (dabei jeden Kilometer schneller werdend) und Dienstag dann eine sehr schöne Runde mit Matthi und René: 16,1km im 4:43er Schnitt die mir recht einfach fielen. Da Sonntag ja Hermannslauf anstand hatte ich mir vorgenommen, mich deutlich vorzubelasten um dort auf keinen Fall zu schnell zu laufen und mich für den Rennsteig abzuschießen. Also plante ich 25km ein aus denen aber nur 21km wurden, da mich arg ein Schnupfen hinderte, viel mehr aber ein steifer Hals, durch den ich mich weder nach links drehen konnte und was zu Schulterschmerzen führte.
Freitag dann samt Familie und Thomas von der eXa nach Detmold.
Sonntag früh nach Bielefeld gegurkt - entweder gibts die Stadt doch oder ich bin Teil der Verschwörung - und Startunterlagen geholt: mit dem freundlichen Hinweis, dass es keine Medaillen geben wird, da die noch im Flieger (aus Südostasien...) waren. Danach per Shuttlebus zurück nach Detmold zum Start, der am Hermannsdenkmal ist. 8:20Uhr waren wir schon da und vertrödelten die Zeit und lagen in der Sonne rum, denn als Neulinge mussten wir in Startblock C und 15min später starten. Im Block standen wir erst in 10. Reihe, doch als das Gitter in Richtung Startlinie geöffnet wurde, überspurteten uns gefühlte weitere 1000 Läufer um sich vor uns am Start zu positionieren. Schöne Anekdote am Rande: die beiden einzigen Starter aus Leipzig neben Thomas und mir standen im Block hinter uns und kannten die eXa aufgrund der starken Laufleistungen und taten das hier gleich erst mal kund... Wir dämpften den Erfolsdruck und erzählten was von lockerem Trainingslauf...
Passenderweise hatte ich meinen Forerunner vergessen, zerriss die Kordel meiner Laufhose und hatte auch meine Kappe nicht mit, die aufgrund der bereits herrschenden Sonne aber dringend notwendg war. Aber Thomas hatte seine Uraltuhr mit, meine Hose hielt auch so und ein geliehener Visor schütze das gesicht vor Sonnenbrand. Also konnte es losgehen. Zwar ohne Zwischenzeiten, aber das kriegen wir schon hin... Auf dem ersten Kilometer geht es gleich mal 20% Gefälle asphaltiert bergab worüber sich die noch steifen Gelenke freuen. Danach in den Wald. Wir waren nur am Überholen und ich musste Thomas arg bremsen und mehrfach auffordern, nicht zu schnell zu laufen, aber der Heißsporn war motiviert und das war ja sein Frühjahrssaisonhöhepunkt. Ich hatte erst etwas Bedenken, da wir die Strecke nur aus dem Internet kannten und viele Leute erzählten, dass es erst ab km18 richtig losgeht. Zudem kannte ich Thomas' Trainingsumfang und bei unserem gemeinsamen 24er sah er ab km 18 nicht mehr so richtig gut aus. Bei km4 teilt sich der Weg und obwohl der linke Waldweg empfohlen wird, sind wir rechts gelaufen: tiefer Sand aber kaum andere Läufer, während es links staute. Danach geht es erstmals steil bergauf und sofort gehen hier 90% der Leute vor uns. Hin- und Hergehopse macht das Laufen schwer. Immer wieder muss ich Thomas abbremsen um nicht zu überziehen. Trotzdem lagen wir jetzt schon 2,5 min vor unserem geplanten Gesamtschnitt. Dann kommt die Panzerstrasse wo erstmals dichtgedrängt die Zuschauer stehen und die Sonne heftig hinbrettert... Dann ist man nach etwa 2km Sandboden am Fuß des Tönsberges wo gleich erstmal ein 500m-Steigung für 80HM die Spreu vom Weizen trennt - Thomas von mir. Er war etwa 10m vor mir als plötzlich wieder abrupt alle Läufer gingen. Ich ließ Thomas zwar nicht aus den Augen, aber ein Ranlaufen war hier nicht möglich. Dann folgte sofort ein weiterer Anstieg für 1km, aber deutlich gemäßigter. Thomas konnte ich nun nicht mehr sehen, aber ich glaube ab km16 lief er jetzt "sein Ding". Ich halt meins: ohne Uhr, nur nach Gefühl: back to the roots... Ab dem Tönsberg stehen wieder zahlreiche Zuschauer, die jetzt immer mehr werden. Vor Oerlinghausen folgt ein brutaler Abstieg auf Kopfsteinpflaster: ein richtiger Muskelkiller. In Oerlinghausen dann Volksfeststimmung und wieder enges Zuschauerspalier: genial!!! Danach gehts aus dem Schopketal raus wieder bergan und immer mehr Läufer fallen zurück. Nach Überquerung der Autobahn folgen die berüchtigten Lämershagener Treppen: 130 Stufen auf 45HM: links liegt schon ein Läufer auf der Trage... Alles geht hier und auch ich tue dies... Will Kräfte sparen obwohl es natürlich auch für mich hier kein Kindergeburtstag ist und mich mächtig fordert. Dann eine weitere berühmte Stelle: der Abzweig mit dem Schild: links für HERMÄNNER (mit Treppen) und nach rechts für WEICHEIER: klar, ich bin Hermann und renne die erste Hälfte hoch, dann gehe auch ich. Oben angekommen sieht man, dass der Rest drumrum läuft und wir wieder runter müssen... Nach einer weiteren Verpflegungsstelle geht es unangekündigt steil bergab (das Wasser schwappert im Bauch) und sofort wieder steil bergauf: ein Killer ;-) Danach könnte man mit dem Endspurt beginnen, doch mein Rippenbogen hat etwas dagegen. Wie in Leipzig 2008 große Probleme beim Atmen und selbst bergab muss ich nochmehr rausnehmen :-( Das stimmt mich etwas bedenklich für den Rennsteig... Ich hoffe das war einmalig. Dann nähert man sich dem Ziel und wieder säumen viele, viele Zuschauer bei herrlichstem (Zuschauer-)wetter die Strecke. Ich sehe die Uhr: 3h11min minus 15min die wir später los sind: also irgendwas um die 2:56:xx. Dafür dass ich keinesfalls unter 2:50 da sein wollte aber auch unter 3h bleiben wollte passt das. 2:55:15 sind es offiziell geworden. Thomas lief 2:43. Ich habe vor allem auf den letzten 5km gigantisch Zeit liegenlassen. In 14 Tagen muss ich ab hier noch 12km weiter laufen (in weiteren 1:04:xx). Ich bin zwar nicht pessimistisch, habe aber GROSSEN Respekt (der Rennsteig beginnt bei km 30 ...).
Fazit: Sehr, sehr schöner Lauf mit guter Organisation aber auch viele Läufer, die sich wahnsinnig überschätzen und die Strecke unterschätzen!!! Vor allem dazu noch bei diesem Weter! So drastisch habe ich das in hiesigen Gefilden noch nicht erlebt. Ich hoffe, meine Rippen beruhigen sich wieder und mal sehen, was ich die nächsten 14 Tage noch trainiere, aber jetzt sollte Tapern angesagt sein.
P.S. Elias Sansar gewann zum 5.Mal in Folge und auch ein Alexander Lubina hatte da keine Chance. Siegerzeit: 1:47:xx.
Zieleinlauf:
copyright: "neue westfälische"

Sonntag, 11. April 2010

Wie geil ist das denn?

Mittwoch warGlockenturmlauf in Leipzig, also Stadtranglistenwertung. Kurzfristig entschied ich mich, doch teilzunehmen, da es zeitlich gerade so passte. Mit Thomas einigte ich mich auf 4:24er Tempo, aus dem am Ende 4:20 wurden. Fast zu schnell, denn Sonntag hieß es schließlich Wurzen-Grimma-Halbmarathon und der GTL fiel mir fast etwas schwer und ich hatte fürs Muldental eine neue Bestzeit angekündigt. Schließlich wollten Alex unf Mathhi mich ziehen und ich wollte schauen, wie lange ich 4:15er Tempo mitgehen kann.
Heute der Lauf: schnell fanden sich noch 3 weitere Läufer die sich uns anschlossen und so ging es 10Uhr auf dem Markt los. Anfänglich zu schnell, drosselten die Hasen etwas und so liefen wir konstant (abgesehen vom Anstieg) 4:12-4:14. Wow, und es ging gut. Erst bei km17 wurde es dann schwerer und ein kleiner Tiefpunkt folgte, aber die 2 trieben mich weiter voran. Bei 19 nochmal schwerer aber ich wusste, es reicht heute für eine PB und für sub1:30h. Die abschließende Brücke kurz vorm Ziel war für mich hammerschwer und danach kaum noch Beschleunigungsvermögen. Doch 1:28:36 sind es wert am Ende fast zu kotzen ;-) (4:14min/km im Schnitt). Yessss! Superzufrieden und so richtig hatte ich ja nicht dran geglaubt (weniger als die Hasen, die aber bei km 18 auch mal ihre Bedenken hatten...). Mehr als 5 Minuten unter der alten Bestzeit! Genial; alles hat gepasst. DANKE nochmal an meine Begleit-Brems-Zugläufer Matthi und Alex!!!
P.S. eXa-ner Jörg gewann die Gesamtwertung (1:12:20) und zudem noch super AK-Platzierungen für die LG eXa rundeten diesen Klasselauf (auch organisatorisch) ab
P.S.S. Ergebnisse folgen hier

Dienstag, 6. April 2010

Noch knapp 5 Wochen

... dann ist es soweit. Dann ist Montag der 10.Mail und ich habe wahrscheinlich noch immer tierischen Muskelkater in den Oberschenkeln nachdem ich 2 Tage zuvor den Rennsteig-Marathon bestritten habe... HOFFENTLICH erfolgreich...!
Die letzten Läufe stimmen mich optimistisch obwohl ich mir manchmal nicht so recht vorstellen kann oder mag, 43,5km auf und ab zu rennen. Daher baue ich derzeit in fast jeden Lauf die "Berge" Leipzigs ein wenn man die Hügel und leichten Erhebungen so nennen darf ;-)

Vor anderthalb Wochen wieder >30km laufen. Die ersten 12km davon allein. Da ich noch 'nen Geocache am Markkleeberger See suchte und mich leicht in der Zeit vertan hatte, musste ich etwas flotter laufen als geplant. Ab km12 dann gemeinsam mit Tino um den Cospudener See. Weiterhin 5:15er Schnitt denn es lief gut. Bei km24 warteten dann Christoph, Matthi und Renè, die natürlich weiter diesen Schnitt laufen wollten. Bei mir gings dann aber langsam schwerer. Ab km28 gings dann über die 5:20, aber immer noch ok. Bei km32 wieder extrem schwer und bei 33 hörte ich auf - war ja auch daheim. Danach gings mir richtig Schei...! Naja, was solls. Ist ja noch bissel Zeit...

2 Tage später stand wieder der Rochlitzer Frühjahrsberglauf auf dem Programm. Leider gibts in der Frühjahrsausgabe nur den 10er (Anm.: weder Streckenprofil noch Streckenlänge auf der Website stimmen...), also 1 Runde, während im Herbst immer auch 21km möglich sind . Aber ich wollte nach dem Wettkampf einfach noch meine eigene Runde drehen. Immerhin 29 Läufer wollten von Muldeniveau aus ca. 200 Höhenmeter zum Turm bezwingen und am "Gegenhang" wieder runter. Sofort nach Start formierte sich eine 3er-Gruppe im sub4er Tempo, die auch das Podium unter sich aufteilten - Triathleten...! Ich hielt mich zurück (hahaha) und lag so an 9.-10. Position schön im 4:30er Schnitt. Der erste Anstieg drosselte mich deutlich und ich liess es etwas ruhiger angehen, überholte aber trotzdem. Den langen Anstieg zum Turm hinauf hörte ich hinter mir immer 2 weitere Läufer, drehte mich aber erstmals auf dem Gipfel um, wo beide knapp hinter mir waren. Bergab gings dann schön rollend in 3:50min/km und auch auf dem letzten dann flachen Kilometer lief ich noch 3:53 um als 6. ins Ziel zu kommen. 2. der M35. Auf meine Frage im Ziel, ob noch einer mit mir eine weitere Runde läuft, erntete ich nur Kopfschütteln. Also bin ich umgedreht und die Runde entgegengesetzt gleich nochmal wieder hoch gelaufen, zumindest bis knapp unter den Gipfel. Dabei traf ich noch einige Läufer, die noch unterwegs waren. Oben noch ein Geocache-Rätsel gelöst und wieder zurück zum Ziel, wo mein Auto stand. Schöner Lauf!

Da ich dann Urlaub hatte, konnte ich endlich mal einen langen Lauf machen, ohne zuvor einen Arbeitstag zu bewältigen. Also verabredete ich mich mit Thomas, der mich etwa 20km begleiten wollte. Als Tempo hatten wir uns auf ca. 5:25min/km geeinigt. Beim Hermannslauf (25.4.) wollen wir auch gemeinsam laufen. Am Sportforum trafen wir uns und liefen zuerst mal auf den Rosentalhügel - meine persönliche Erstbesteigung. Danach auf den Deponieberg - nochmal Erstbesteigung. Am Fuße errichtete ich mein Basislager - der bekloppte Trinkgurt nervte derart, dass ich ihn wutentbrannt ins Gebüsch warf und erst 20km später wieder mitnahm (bzw. Thomas gab...). Nach Auenseerunde gings an der Luppe entlang und durch die Auewälder. Danach dann allein wieder Richtung Connewitz. Bei km32 war ich am Fockeberg und ich beschloss, diesen heute auch noch mitzunehmen. Nach 35,1km und 3h10min war ich mittags wieder daheim. Am Rennsteig habe ich da noch 8km und einige Anstiege vor mir... Aber die 35 gingen richtig gut!
Sonntag wieder Rochlitzer Berg und gestern mit Renè zum Abschluss auch wieder Fockeberg. Nächsten Sonntag ist Muldentaler Städtelauf - da habe ich schon wieder Hasen geordert, obwohl Ostern ja vorbei ist... mal schauen was geht.

Dienstag, 23. März 2010

Nachtrag

...kleiner Nachtrag zur 10er Bestzeit:
- 1min 27sec Verbesserung gegenüber der alten Bestmarke, welche aber schon anderthalb Jahre alt ist (LEX-Lauf 2008, damals mit Björn als Hase)
- noch mal so eine Steigerung und ich bin sub40-Läufer ;-)
...ich hoffe, das dauert nicht nochmal 1,5 Jahre
- nach RaceTimePrediction wäre beim Halbmarathon eine 1:31:xx drin also etwa 4:19er Schnitt, vielleicht sollte ich die in Wurzen einfach laufen ;-)

Sonntag, 21. März 2010

erzwungene 10er Bestzeit

...hätte ich mit Startschuss zum AOK-Frühjahrslauf den Titel dieses Posts hier wählen sollen, hätte ich ihn vermutlich eher "Baum bei Kilometer X" genannt, wobei ich mir unsicher war, wie groß X (die Stelle, an welcher in an selbigen laufen werde) denn sei: meiner Meinung nach 4 oder 5, wenn es nach Christoph & Co ginge, wohl 7 oder 8; aber der Reihe nach...
Der Frühling scheint ja nun endgültig Einzug zu halten und pünktlich zum Frühlingsbeginn wurde auch das Wetter merklich schöner und passend dazu fand am Samstag der AOK-Frühjahrslauf statt, der dritte Lauf zur Stadtranglistenserie. Letzte Woche hatte ich ja beim Messepokallauf noch gefehlt, so wollte ich diese Woche dabei sein und möglichst ein paar Punkte sammeln und mal wieder etwas flotter laufen. Aber was heisst flott? In der Woche wurden es mal zeitbedingt nur wenige Kilometer und während einer fast-nächtlichen Cossiumrundung mit Steffen überlegte ich auch, wie schnell ich eigentlich laufen soll oder besser gesagt, zur Zeit eigentlich laufen kann... Intervalle und echt schnelle Einheiten liegen ein Weilchen zurück (uuupps, im alten Jahr) und bisher laufe ich lieber lang als Tempo. 4:20min/km angehen? Beim Winterlauf war das ok, dann aber schon zu schnell; also wieder so probieren?
Als hätte ich irgendwas geahnt hatte ich die "schnellen" bunten Schlappen rausgekramt; das letzte Mal hatte ich die in Magdeburg zum Halbmarathon an und da kam (fast überraschend) ne HM-Bestzeit raus. Im Clarapark war schon reger Betrieb; das Wetter zeigte seine Wirkung. Startnummer bei Willi abgeholt (wie immer toller Service) und noch bissel die Beine vertreten, nachdem ich in Ruhe 3km hierher gejoggt bin. Dann traf ich Christoph und Alex: "Heute laufen wir 4er Schnitt mit dir und du bleibst dran so lange es geht!!!" hiess die schroffe Ansage... Was antwortet man da bloss? "Lauft allein, ihr Tiere!" oder "Wer seid ihr? Kenn' ich euch?" oder "F*#k y=$!" ? "Gut, ich geb mein bestes!" liess ich verlauten. Martins Einstellung letzte Woche hatte mir imponiert und lud zum Nachahmen ein. Was solls, kann ja nur schief oder an besagten Baum gehen... Als dann Matthi dazu kam und ebenfalls mitlaufen wollte gab es kein zurück mehr auch wenn mich sein "Ihr seid doch verrückt!" irritierte und nicht gerade aufbaute als er Alex nach dem Tempo ("4-Minuten-Schnitt") fragte. Startschuss und die Meute drängelte los was auch gleich zu einem Sturz vor mir führte. Kurze Zeit später hatte sich alles sortiert und wir bildeten eine schöne Gruppe: Matthi, Alex und Christoph boten Windschatten (ok, Matthi vielleicht etwas weniger als Christoph...) und Markus K. (dem unser Vorhaben heute gut gefiel und sich gleich mit ranhing) sowie meinereiner. PIEPS: erster Kilometer 3:53 geht gut (waren ja auch erst 1000m...), 2.Kilometer an der Rennbahn in 3:56 bei Gegenwind immernoch gut (aber 10km: neeneenee Leute: bei 4000m stürze ich wahrscheinlich in den Fluss, werde weggespült und irgendwann mal rausgefischt...). In 4:03 und 4:02 gehen die nächsten Kilometer weg. Es wird schon schwer, sehr schwer sogar, aber die drei machen einen tollen Job und motivieren mich und treiben mich an, ohne es zu übertreiben. 500m vorm Ziel schreit mich Christoph an, dass es eine (für mich) geile 5km-Zwischenzeit gibt: ein Blick auf die Uhr: 20:07 heisst nur 7sec oberhalb der Joggergrenze und 40sec schneller als letztes Jahr zum 5000er Bahnlauf: GEIL! Danach wirds aber auch abrupt schwerer: Alex und Markus haben sich nach vorn verabschiedet und Christoph und Matthi gönnen mir etwas Erholung: nur 4:22 lassen mich regelrecht erschrecken. Gleich soviel langsamer und gleichzeitig so anstrengend? Danach kann ich zumindest wieder etwas beschleunigen. Bei etwa km 8 rufen die beiden was von "rotem Bereich", "ab jetzt Schmerzen", "nachmal Gas geben", "volle Pulle" "nach vorn hangeln" usw. Was denken die, was ich die ganze Zeit hier mache?
Tatsächlich kann ich noch 2-3 Läufer überholen; auf die Uhr habe ich schon seit km 7 nicht mehr geschaut. Ich gebe mir Mühe, nochmal alles zu geben doch an meinen neuen Holger Meier komme ich leider nicht mehr ganz ran, aber das wird das "Zielobjekt" der nächsten Läufe. Ich sprinte ins Ziel und bleibe dort augenblicklich stehen so fertig bin ich. Ein Blick auf die Uhr sagt: 41:21min -> das heisst 4:08er Schnitt; WOW, das hätte ich derzeit niemals für möglich gehalten. Vielleicht wirklich etwas Kopfsache?! Wer weiss? Dann erstmal hinsetzen und den Hasen danken! Ihr habt einen tollen Job gemacht, alle Drei!!! Nach etwas Erholung noch nach Hause getrabt wo ich jetzt fast etwas unglücklich über die 21sec. bin (aber nur fast), aber somit habe ich ein Ziel: die 40 vorn dran und die sub40 erscheinen derzeit nicht mehr ganz so realitätsfern.
Aber erst mal weiter Kilometer sammeln, lange Läufe machen und zufrieden den Rennsteigmarathon finishen. Danach ist immernoch Zeit für neue Zielzeiten. Ach ja, und Wurzen-Grimma-Halbmarathon ist ja auch bald: was laufe ich da eigentlich?
Ergebnisse

Fazit: superüberrascht, superzufrieden, für mich super, für andere nix super besonderes ;-)

der Lauf: